Das in ETF verwaltete Vermögen ist seit deren Marktstart in Europa vor zehn Jahren rasant angestiegen: Aktuell werden in europäischen Produkten bereits mehr als 230 Mrd Dollar verwaltet. Europa hat sich dabei in den vergangenen zehn Jahren als dynamischer Wachstumstreiber erwiesen. Mit jährlichen Zuwachsraten von durchschnittlich 90% hat hier das in ETF angelegte Kapital erheblich schneller zugenommen als beispielsweise in den USA, dem Ursprungsland der ETF. Weltweit hat das verwaltete Vermögen zum Jahresende 2009 erstmals die Marke von 1 Billion Dollar überschritten. Noch aussagekräftiger für die hohe Bedeutung der Indexprodukte an den Finanzmärkten ist jedoch ihr Anteil am über die Börse gehandelten Umsatz. 12% des insgesamt in Aktien gehandelten Volumens an europäischen Börsen sind so bereits auf ETF-Transaktionen zurückzuführen. Hinzu kommen hohe Umsätze der ETF im Direkthandel mit den Market-Makern.

Klare Struktur und Transparenz

Investoren haben in den vergangenen Jahren vor allem die Klarheit und Verständlichkeit der Produkte geschätzt. Struktur, Funktionsweise, steuerliche Behandlung und regulatorische Regeln für den Einsatz der ETF sind transparent und einfach zu erfassen. Dies hat es Investoren massgeblich erleichtert, in die Produkte umzuschichten. Die exakte Marktabbildung, die hohe Liquidität und der Ausschluss eines Kreditrisikos mit dem Emittenten unterstützen zudem das Risikomanagement der gewählten Positionen. Diese Vorteile beizubehalten, ist eine der grössten Herausforderungen der Industrie für die Zukunft.

Der Erfolg der ETF hat immer neue Anbieter angelockt, die das Feld der investierbaren Märkte und Anlageklassen erweitert haben. Im Gegensatz zum US-Markt, wo es auch heute nur physisch replizierende (Cash-basierte) ETF gibt, wurden in Europa ETF mit neuen Index-Replikationsmethoden geschaffen. Zudem sind neue Produktstrukturen wie Exchange Traded Commodities (ETC), Exchange Traded Notes (ETN) und Exchange Traded Structured Funds (ETSF) hinzugekommen. Die unterschiedlichen Strukturen erschweren es Investoren, sich in dem rasant wachsenden Angebot zu orientieren. Die Anzahl der Produkte in Europa hat sich so seit 2006 auf allein mehr als 900 ETF rund verdoppelt - mit weiter steigender Tendenz.

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Für europäische Investoren sind Anleihen und Rohstoffe über die börsengehandelten Indexprodukte mittlerweile investierbar. Seither erschliessen neue Produkte nur noch in Ausnahmefällen neue Märkte und Anlageklassen für Investoren. Ein Beispiel: Lediglich rund ein Viertel der 2009 an der Deutschen Börse erstmals gelisteten ETF ermöglichte Investments in einen neuen Markt oder neue Anlageklassen.

Neue Investorengruppen

Wie wichtig die Abbildung über Swap-Vereinbarungen und neue Produkt-Strukturen auch sind, um das Spektrum über ETF investierbarer Anlageklassen und Märkte zu erweitern und damit weitere Wachstumsmöglichkeiten für den ETF-Markt zu schaffen: Transparenz und die typischen Investmenteigenschaften von ETF müssen gewährleistet sein. Ansonsten geben ETF die wichtigsten Vorteile auf, die sie gegenüber anderen Finanzinstrumenten haben.

Wachstum ist zudem nicht allein durch ein erweitertes Produktespektrum zu erwarten. Vielmehr vollziehen ETF in Europa nun verstärkt eine Entwicklung nach, die in den USA schon vor einigen Jahren zu beobachten war: Die Produkte erschliessen sich dem breiten Markt der Privatinvestoren. In Europa stammen im Moment rund 90% der in ETF angelegten Gelder von institutionellen Investoren und nur 10% von privaten, während in den USA das Verhältnis 60:40% beträgt. Die Aufsichtsbehörden verpflichten in immer mehr europäischen Staaten den Finanzvertrieb zu mehr Transparenz und zur Offenlegung der erhaltenen Provisionen - wovon ETF nur profitieren können.

Die Innovationen von vor zehn Jahren werden also weiterhin wachsen. Bis Ende 2012 wird sich das in europäischen ETF verwaltete Vermögen daher auf 500 Mrd Dollar mehr als verdoppeln.

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