Lebensmittelverpackungen werden im Handumdrehen zu Abfall. Bleiben sie im öffentlichen Raum liegen, verunreinigen sie die Landschaft und sind ausserdem als wertvoller Sekundär-Rohstoff verloren. Nur logisch deshalb, dass der Verpackungshersteller Tetra Pak aus Überzeugung Mitglied bei der IG saubere Umwelt IGSU ist.

Doch ökologische Verantwortung beschränkt sich bei Tetra Pak nicht auf den Kampf gegen das Littering. So wird schon der Rohstoff für die Getränkekartons sorgfältig ausgewählt, mittelfristig will man ausschliesslich FSC-zertifizierte Fasern aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung verwenden.

Gemeinsam ist man stark

Ein weiterer Schritt zur Umweltentlastung ist die Gründung der IG Getränkekarton-Recycling, dies gemeinsam mit den Mitbewerbern Elopak und SIG Combibloc. Die IG hat Verhandlungen mit allen Partnern der Versorgungs- und Entsorgungskette aufgenommen mit dem Ziel, im nächsten Jahr auch in der Schweiz ein Recycling der Getränkekartons anbieten zu können (siehe auch «Handelszeitung» Nr. 24 vom 16.6.2010).

Bewährte Technologie

Bisher werden in der Schweiz leere Kartons - jährlich 24 000 t - über den Hauskehricht entsorgt und unschädlich verbrannt. In der Kehrichtverbrennungsanlage wird daraus Energie in Form von Wärme und Strom gewonnen. Viele Länder kennen aber schon seit Jahrzehnten Konzepte, mit denen die leeren Milch- und Saftkartons separat gesammelt und stofflich verwertet werden. Die Technologie ist ausgereift, die Absatzkanäle für die so gewonnenen Wertstoffe sind langfristig gesichert.

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Im Fokus steht dabei der Zellstoff, der besonders langfasrig und deshalb für die Kartonindustrie von Interesse ist. Die Kunststoff- und Aluminiumanteile der Verpackung werden in Zementwerken als Ersatzbrennstoff genutzt.

Dieses sogenannte Reject könnte dereinst auch in spezialisierten Fabriken aufgetrennt und separat als Polyethylen respektive Alu weiterverwendet werden. Die Techniken dazu befinden sich im Aufbau.

Die IG Getränkekarton-Recycling Schweiz liess von der Carbotech AG mit einer Ökobilanz abklären, welche Umweltvorteile das Recycling gegenüber der Entsorgung in der Kehrichtverbrennung hat. Die Ökobilanz spielte mehrere Berechnungsmodelle durch.

Das Ergebnis ist eindeutig: Je nach Ökobilanzmethode reduziert das Getränkekarton-Recycling die klimawirksamen Emissionen um bis zu 80%.

Dabei ist berücksichtigt, dass heute bei der Entsorgung leerer Getränkekartons in der Kehrichtverbrennungsanlage Wärme und Strom erzeugt werden. Die EMPA unterzog die Berechnungen einer kritischen Prüfung und bestä- tigte die Schlussfolgerungen der Studie.

Doch selbst ohne Recycling schneidet der Getränkekarton besser als andere Verpackungen mit Recycling ab. Auch das weist die Ökobilanz nach. Werden nun Getränkekartons in Zukunft rezykliert, wächst der ökologische Vorsprung gegenüber anderen Verpackungen zusätzlich.