Wenn Peter Schumacher mit seiner Equipe auf den Burghügel – das Ausflugsziel oberhalb des Dorfes – steigt, um dort sauber zu machen, stehen ihm jeweils die Haare zu Berge. «Zuweilen füllen wir einen 110-Liter-Sack mit Abfall», sagt Schumacher, der Leiter des Technischen Dienstes der Gemeinde Wolhusen. «Man hat das Gefühl, als hätte man Zielschiessen gemacht auf leere Flaschen, so viele Scherben liegen herum.»

Auch auf dem Radweg gibts eine Menge Abfall oder auf Spielplätzen, die als Picknickplätze gebraucht und dreckig zurückgelassen werden.

«Das kann so nicht weitergehen», sagt Fredy Vetter von der Umweltkommission Wolhusen. Die Gemeinde, ein regionales Subzentrum am Eingang zum Entlebuch, bläst zum Grossangriff gegen das Littering. Anfang Juni startete eine entsprechende Kampagne:

Burghügel, die Spielplätze und die Veloweg werden ab sofort bis Anfang Juli nicht mehr geputzt: Die Bevölkerung soll sehen, wie viel Abfall tatsächlich in drei Wochen zusammenkommt.

Auf verschiedenen Plätzen im Dorf werden Abfallsäulen aufgestellt. Der Abfall, der auf den Plätzen landet, wird in die Säulen geschüttet.

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An der Schule gibt es eine Projektwoche, bei der die Schüler Spiele und Übungen zum Thema Abfall und Littering machen.

Die Gemeinde kauft sich extra Abfallkübel für Grossanlässe.

Auch Migrantinnen und Migranten erhalten über Landsleute in der Gemeinde Tipps und Infos.

Macht die Aktion wirklich Sinn?

Abfall öffentlich ausstellen – macht das Sinn? «Unter Umständen schon», sagt Till Berger, Biologe und Autor diverser Studien über Littering. «Allerdings können solche Kampagnen suggerieren, dass das Littering am betreffenden Standort üblich ist. Dadurch kann die Hemmschwelle sinken, weil man sieht, das es andere ja auch tun.»

Und der liegen gelassene Abfall? «Ich bin gespannt auf das Resultat», sagt Berger. «Normalerweise wird mehr Abfall achtlos weggeworfen, wenn schon welcher herumliegt.» Zudem gilt: Littering kommt selten allein und geht oft einher mit Phänomenen wie Alkoholmissbrauch oder Sicherheitsproblemen.

Entscheidend sei die Zusammenarbeit aller involvierten Kreise, heisst es in Wolhusen. «Wir würden es deshalb begrüssen, wenn sich auch die Take-aways an der Aktion beteiligen würden», so Vetter.