AFG Arbonia-Forster ist besser unterwegs als erwartet. Dies sagt Edgar Oehler, Chef der Bauzulieferer- und Technologiegruppe mit Sitz in Arbon, zum laufenden Geschäftsjahr. Zwar habe sich in der Baubranche der harte Winter in den ersten zwei Monaten negativ auf den Geschäftsgang ausgewirkt. Dieser Rückstand sei im März aber bereits wieder aufgeholt worden. «Wenn ich an EgoKiefer denke, dann sind wir sogar sehr gut unterwegs», so Oehler im Gespräch mit der «Handelszeitung».

EgoKiefer gehört allerdings zur Division «Fenster und Türen», die sich sogar im Krisenjahr 2009 erfolgreich geschlagen hat und einen Umsatz und Ebit nahezu auf Vorjahresniveau ausweisen konnte.

Erholung im Technologiebereich

Einen massiven Einbruch um 43% erlebte AFG im Jahr 2009 dagegen im Bereich der Oberflächentechnologie (STI Hartchrom). Das Unternehmen ist in dieser Sparte auf industrienahe Absatzgebiete fokussiert und beliefert unter anderem die Druckmaschinenhersteller, die einen starken Einbruch der Nachfrage erlebten.Im laufenden Jahr scheint sich nun auch in dieser Division eine Erholung zu manifestieren. «Wir arbeiten teilweise wieder in zwei Schichten», sagt Oehler und ergänzt: «In einzelnen Bereichen haben wir 100% mehr Aufträge.»Als Grund für die Entspannung der Lage macht der AFG-Chef und -Grossaktionär einen Nachholbedarf insbesondere beim Druck von Verpackungen verantwortlich, der nicht nur durch die Wiederaufstockung der Lager herrühre.Beim zweiten Sorgenkind, der Stahltechnik, die mit einem Umsatzminus von 26% im Jahr 2009 ebenfalls deutlich unter Druck war, zeigt sich eine durchzogene Entwicklung. Dabei profitiert das Unternehmen, welches Präzisionsstahlrohre und Profilsysteme produziert, unter anderem von der Erholung in der Automobilindustrie. «Das Autozuliefergeschäft läuft gut, bei den Möbeln sieht es aber weniger gut aus», erklärt der AFG-CEO.Als Folge der Krise braucht es weniger Mobiliar in den Büros. Zugleich wird auf eine regelmässige Erneuerung der Büroeinrichtung verzichtet, wie dies in der Hochkonjunktur noch der Fall war.Durchzogen fällt die Bilanz nach drei Monaten auch im Bereich «Küchen und Kühlen» aus. Während sich die Küchen von Forster und Piatti erfolgreich behaupten, laufe das Geschäft mit «Miele Die Küche» in Deutschland weiterhin nicht wie gewünscht. «In diesem Bereich haben wir wohl gute Produkte, aber die Fehlerquote und die Logistik stimmen noch nicht», begründet Oehler. Man arbeite allerdings täglich daran, diese Probleme in den Griff zu bekommen und die strukturellen Herausforderungen zu lösen.

50 Personen eingestellt

Nachdem das 1. Quartal 2010 für AFG besser als erwartet ausgefallen ist, will der Firmenchef auch über das Gesamtjahr weiterkommen: «Wir wollen die Verschuldung auf unter 200 Mio Fr. reduzieren, den Umsatz steigern und wieder eine Dividende auszahlen.» Um diese Vorgaben zu erreichen, sollen die Innovationen und der Aussendienst verstärkt werden. «Wir haben rund 50 Personen eingestellt», so Oehler.Die Verschuldung des Bau- und Technologiezulieferers konnte dank einer Kapitalerhöhung im Jahr 2009 auf 240 Mio Fr. gesenkt werden. Damit verknüpft war aber auch die Forderung der Banken nach einer Einheitsaktie und der Machtabbau beim AFG-Patron Edgar Oehler (siehe auch Seite 27). An der Generalversammlung vom 16. April wurde das Begehren angenommen, seit dem 22. April werden die neuen Namenaktien an der Schweizer Börse SIX gehandelt.

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