Der Elektronikkomponenten-Hersteller Lem hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende März) von der Erholung der Nachfrage im Industriesegment profitiert und bei Reingewinn sowie EBIT-Marge Rekordmarken erreicht. Davon sollen die Aktionäre über eine höhere Dividende profitieren. Einen konkreten Ausblick für das laufende Jahr nennt das Unternehmen nicht.

Der Auftragseingang legte im Berichtsjahr um 6,9 Prozent auf 246,4 Millionen Franken zu, der Umsatz um 4,5 Prozent auf 245,6 Millionen, wie Lem am Mittwoch mitteilte. Wechselkursveränderungen hätten sich negativ ausgewirkt, heisst es, insbesondere die Schwäche von Dollar und Yen. Bereinigt betrug das Plus beim Umsatz 7,1 Prozent.

Gewinn übertrifft selbstgesetzte Ziele

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT stieg um knapp 37 Prozent auf 55,7 Millionen CHF und die entsprechende Marge auf 22,7 von 17,5 Prozent. Sie lag damit über der vom Unternehmen angestrebten Zielspanne von 15 bis 20 Prozent. Der Reingewinn betrug 45,6 Millionen CHF, was einem Anstieg um knapp 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Hier wirkte sich auch ein besseres Finanzergebnis aus. Während der Finanzauwand leicht rückläufig war, stieg der Finanzertrag deutlich an.

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Man habe weiter den Fokus auf Rohmaterialbezug, interne Produktivität und die Verschiebung der Produktion an kostengünstige Standorte gelegt, heisst es weiter. So wurde in Sofia (Bulgarien) ein neues Werk in Betrieb genommen, das hauptsächlich die Kunden in Europa beliefert.

Rasantes Wachstum in China

Das Industriesegment hat den Angaben zufolge vom starken Wachstum in China und der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage gegen Ende des Geschäftsjahres profitiert. Der Umsatz stieg um 5,6 Prozent auf 211,1 Millionen Franken. China, das rund 23 Prozent vom Umsatz ausmacht, verzeichnete ein Plus von 34 Prozent. Asien ohne China legte um 2 Prozent zu, Europa und Nordamerika gingen um 1 Prozent bzw. 5 Prozent zurück. Gut habe sich das Antriebs- und Schweissgeschäft entwickelt, dies gelte ebenso für erneuerbare Energien und Stromversorgungen. Die Verlagerung der Solarindustrie nach China gehe weiter, heisst es ausserdem.

Der Umsatz im Automobilsegment ging zwar um 1,2 Prozent auf 34,6 Millionen Franken zurück, wechselkursbereinigt wurde jedoch ein Plus von 2,9 Prozent verbucht. Das Wachstum im Markt für umweltfreundliche Automobile habe unter den Erwartungen gelegen und der Umsatz ging hier um 19 Prozent zurück. Demgegenüber wurde bei den konventionellen Automobilen ein Plus von 4 Prozent erreicht. Die Produktion in Nordamerika (unv.) und Europa (+3 Prozent) sei nur langsam gewachsen, so Lem weiter. Im China wurde hingegen ein Anstieg um 17 Prozent erreicht, wobei das Land inzwischen 20 Prozent zum Umsatz beiträgt.

Langsame Erholung in Europa erwartet

Den Aktionären wird an der Generalversammlung vom 26. Juni eine höhere Dividende vorgeschlagen. Sie soll auf 40 Franken pro Aktie steigen, nach 30 Franken im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote würde damit 99,8 Prozent (Vorjahr 105 Prozent) betragen, schreibt Lem weiter. Eine konkrete Prognose für das neue Geschäftsjahr 2014/15 gibt das Unternehmen nicht. Das Management erwartet eine langsame Erholung in Europa und Nordamerika, während der Geschäftsverlauf in China weiterhin robust bleiben sollte, heisst es zum Ausblick. Zudem wird eine Fortsetzung des Wachstums im Automobilsegment erwartet.

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(awp/me/sim)