Die Milchverarbeiterin Emmi hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2015 aufgrund der Frankenstärke Einbussen beim Absatz hinnehmen müssen. Das Ergebnis konnte jedoch sowohl auf Betriebsebene als auch unter dem Strich verbessert werden. Der Ausblick wird beim Umsatz bestätigt, für den Ebit sogar angehoben.

Der Umsatz ging um 3,8 Prozent auf 1,56 Milliarden Franken zurück und lag damit im Rahmen der Erwartungen des Unternehmens. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit reported) konnte mehr als verdoppelt werden und stieg auf 84,4 Millionen Franken von 39,8 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Reingewinn verbesserte sich auf 46,2 Millionen Franken, nach zuvor 9,8 Millionen. Im Vorjahr hatte Emmi Wertberichtigung von 38,5 Millionen Franken bei der italienischen Trentinalatte vorgenommen.

Rückgang in Europa geringer als erwartet

Das Resultat übertreffe die eigenen Erwartungen und sei primär auf Ertragssteigerungen und Bereinigungen in den ausländischen Betrieben zurückzuführen, heisst es weiter. Insbesondere der organische Rückgang in Europa sei mit -0,7 Prozent geringer ausgefallen als erwartet.

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Der Umsatz in der Division Schweiz lag mit 874,2 Millionen Franken um 3,0 Prozent unter der Vorjahresperiode. Diese Entwicklung reflektiert das rückläufige Detailhandelsgeschäft, den Preiskampf im Industriegeschäft und die währungsbedingte Flaute im Tourismus, heisst es weiter.

Für das Gesamtjahr 2015 bestätigt Emmi ihre Umsatzprognose und rechnet weiter mit einem organischen Umsatzrückgang um 3 Prozent bis 2 Prozent. Das Ebit erwartet Emmi zwischen 170 Millionen und 180 Millionen Franken (bisher 150-160 Millionen). Die Reingewinnmarge wird voraussichtlich leicht über 3 Prozent liegen.

Einkaufstourismus und Importdruck

Emmi geht dabei von einer anhaltend angespannten Marktsituation aus. In der Schweiz werden der höhere Einkaufstourismus und Importdruck, der Preiskampf im Industriegeschäft und der rückläufige Konsum in der Gastronomie zu spüren sein. Die negativen Auswirkungen der Euroschwäche auf den Umsatz in der Schweiz dürften sich in der zweiten Jahreshälfte «eher noch verstärken», heisst es.

In der Division Americas könne insbesondere in Tunesien mit einem guten organischen Wachstum gerechnet werden, während die Entwicklung in Chile und Frankreich verhalten bleiben werde. Und in der Division Europa sollten sich die nordeuropäischen Märkte laut Emmi stabiler zeigen als die südeuropäischen Märkte. Der Druck werde im wirtschaftlich gebeutelten Italien und im preissensitiven Deutschland am grössten sein, während Grossbritannien als Nicht-Euroland profitiere.

(awp/gku/ama)