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Halbjahreszahlen
Emmi wächst moderat

Emmi
Emmi: Der Verkauf eines Teils des Handelswarengeschäfts an Coop sorgt für einen leichten Umsatzrückgang.Quelle: Keystone

Die Milchverarbeiterin legt im ersten Halbjahr bei Umsatz und Gewinn zu - dank Wachstum im Ausland. Denn der Heimmarkt bleibt schwierig.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Die Milchverarbeiterin Emmi hat in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2018 beim Umsatz und beim Gewinn zugelegt. Gewachsen ist das Unternehmen vor allem dank einer guten Entwicklung im Ausland. Dagegen bleibt der Heimmarkt Schweiz steinig.

Der Umsatz legte um 4,7 Prozent auf knapp 1,68 Milliarden Franken zu. Aus eigener Kraft, also bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, lag das Plus bei 2,4 Prozent, wie Emmi am Mittwoch mitteilte.

Dabei ergaben sich in den beiden grösseren Auslandsdivisionen Americas und Europa gute Wachstumsraten von gegen 6 Prozent, wogegen in der Schweiz ein mageres Plus von 0,5 Prozent resultierte. Und dieses Plus ist vor allem dank der Milchpreiserhöhung zustande gekommen, mehr Produkte verkauft hat Emmi also praktisch nicht.

Positiv sei der Umsatztrend vor allem in den internationalen Märkten und die gute Entwicklung sei breit abgestützt gewesen, hiess es denn auch im Aktionärsbrief von Emmi. In der Schweiz dagegen sah sich das Unternehmen einem markanten Preisdruck und einem weiterhin hohen Importdruck ausgesetzt. Rückläufig waren insbesondere die Produktegruppen Käse, Frischprodukte oder auch Pulver/Konzentrate.

Einkaufstourismus bremst

Auch der Einkaufstourismus bewegt sich laut Emmi auf einem "konstant hohen" Niveau. Zu schaffen macht dem Unternehmen zudem die rückläufige Tendenz im traditionellen Detailhandel zu Gunsten der preisaggressiveren Discounter. Einen leicht negativen, allerdings noch nicht bezifferbaren, Effekt dürfte auch der Hitzesommer haben.

Emmi geht denn auch davon aus, dass sich der Umsatz in der Schweiz, welcher mit rund 830 Millionen Franken die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachte, im zweiten Semester gegenüber dem ersten kaum steigern lassen wird. Denn der positive Effekt aus der Milchpreiserhöhung vom vierten Quartal 2017 wird gegen Ende des laufenden Jahres nicht mehr tragen.

Einen massiven Einbruch erlitten zudem die Exporte von Molkereiprodukten an Kunden in Ländern, in denen Emmi keine eigenen Gesellschaften hat. Dazu gehören unter anderem die asiatischen und osteuropäischen Märkte. Dieses Geschäft ist in der vierten Division Global Trade angesiedelt, welche denn auch per Saldo organisch um 9 Prozent geschrumpft ist.

Guter Juli in der Schweiz

Der Start ins zweite Semester, bzw. die Umsätze im Monat Juli, wurden dagegen mit Blick auf die Schweiz als gut bezeichnet. Ein starkes Momentum verzeichnete dabei vor allem die Produktelinie "Caffè Latte". Positive Impulse verspricht sich Emmi zudem von neuen Produkteinnovationen. Als Beispiel wurde etwa eine vegane Linie auf der Basis von Mandelmilch genannt.

Im internationalen Geschäft, welches mittlerweile den anvisierten Umsatzanteil von 50 Prozent erreicht hat, sieht Emmi weiteres Wachstum mit den Marken "Roth", "Kaltbach" oder "Caffè Latte". Zudem werde die anhaltend gute Konjunktur die Märkte stützen, wobei sich Emmi insbesondere in den USA, Tunesien, Chile oder Mexiko eine gute Entwicklung verspricht.

Der bisherige Ausblick für den Umsatz im Gesamtjahr 2018 wurde für den Konzern bestätigt. Demnach rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von 1,5 bis 3 Prozent. Erhöht hat Emmi aber die Bandbreite für das Wachstum im Gesamtjahr in der Division Europa. Diese soll in einer Bandbreite von 2 bis 4 Prozent wachsen, nachdem ursprünglich ein Zielband von 1 bis 3 Prozent genannt wurde.

Gewinn entwickelt sich besser als der Umsatz

Die Gewinnentwicklung übertrifft diejenige des Umsatzes. So legte das Betriebsergebnis (EBIT) um 5,1 Prozent auf 95,0 Millionen zu. Der Reingewinn hat sich dank des Verkaufs eines Anteils an "Siggy's" auf 129,0 Millionen knapp verdoppelt. Ohne diesen Effekt hätte er immer noch um gut 9 Prozent auf 72,1 Millionen zugelegt.

Emmi sieht den für das Gesamtjahr prognostizierten EBIT von 205 bis 215 Millionen Franken am wahrscheinlichsten im mittleren Bereich dieser Bandbreite.

An der Börse sorgten die hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Zahlen für Abgabedruck, die Aktie steht kurz nach Mittag rund 6 Prozent tiefer.

(awp/mlo)

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