«Die ich rief, die Geister, die werd ich nun nicht los.» Mit diesen Worten von Goethe resümiert der heute letztmals aufgetretene COO und frühere Interims-CEO Marcel Imhof die Geschichte des Unternehmens seit dem Einstieg von Schmolz + Bickenbach bei Swiss Steel. Die Firma habe aber kein Liquiditätsproblem, noch sei sie ein Sanierungsfall. Er glaube an die Zukunft des Unternehmens, so der Veteran von Swiss Steel.

Tatsächlich haben die deutschen Erben der Schmolz + Bickenbach einen schweren Stand an der Generalversammlung. Nicht nur wirft man ihnen vor, sie wollten ihre Feudalherrschaft über das Unternehmen wiedererlangen, es werden auch Vorwürfe aus der Vergangenheit neu aufgerollt.

Knackpunkt Jagdhütte

Sara Möckli, früher CFO von Steeltec, stellt viele kritische Fragen zu Lohn, Abgangsentschädigung und besonders den Jagdausflügen des früheren Verwaltungsratspräsidenten Storm. Für das Hinterfragen der Revisionsgesellschaft Ernst & Young erhält sie einen Zusatzapplaus.

Hans-Peter Zehnder bleibt allerdings nichts anderes übrig, als den Kauf eines Jagdgebiets zumindest bedingt zu rechtfertigen. Die Gäste zu Jagden einzuladen, sei in der Branche üblich. Allerdings seien anschliessend Kosten von etwa 10 Millionen Franken angefallen, die durch Jäger, Gärtner, Fahrzeuge, Unterhalt von fremden Jagdausflügen und steuerliche Nachteile für Schmolz + BIckenbach von Ex-Verwaltungsratspräsident Storm verursacht wurden.

Dieser verspräch ursprünglich eine Rückzahlung und sieht sich nach deren Ausbleiben mit einer Klage von seinem früheren Arbeitgeber konfrontiert.

Wenig Unterstützung für die Erben

Kein Redner äusserte sich in den ersten 90 Minuten der Generalversammlung positiv über die Grossaktionäre von der Schmolz + Bickenbach KG. Erst kurz vor der Abstimmung über die Genehmigung des Jahresberichts äussert sich Ines Pöscher, Schweizer Anwältin der Schmolz + Bickenbach KG. Sie fordert den Protokollführer auf, die «interessanten Antworten des Verwaltungsratspräsidenten genau zu protokollieren».

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Die Jahresrechnung und die Verwendung des Bilanzgewinnes wurden von den Aktionären genehmigt.