Beim Übernahmepoker um die Hotels der Victoria-Jungfrau Collection (VJC) hält sich der Verwaltungsrat der Gesellschaft bedeckt. Nachdem die Interessenten Swiss Private Hotel (SPH) und Aevis ihr jeweiliges Angebot erhöht haben, verzichtet der Verwaltungsrat von VJC darauf, eine Empfehlung an seine Aktionäre abzugeben.

Der Verwaltungsrat habe mit fünf zu null Stimmen, bei zwei Enthaltungen, beschlossen, auf die Abgabe einer Empfehlung zur Annahme oder Ablehnung der Angebote zu verzichten, teilt das Unternehmen mit. Er hält aber fest, dass mit der Erhöhung der Angebote beide nun im Rahmen der Bandbreite der Fairness Opinion (300-325 Franken) liegen.

Keine Pflicht zur Transparenz

Die zur Unternehmensgruppe der Familie Manz gehörende SPH offeriert derzeit eine Preis von 310 CHF je Aktie und liegt damit um fünf CHF über dem Angebot von Aevis. Die Familie führt in der Schweiz verschiedene 3-Sterne und 4-Sterne-Hotels. Zudem verfügt die Gruppe über ein Consulting-Unternehmen und hat dadurch auch Erfahrung im Bereich der 5-Sterne-Hotellerie. SPH habe dem VJC-Verwaltungsrat ihre strategischen Absichten kommuniziert. So solle «VJC» als Marke gepflegt und weitgeführt werden. Mögliche Synergien sollten genutzt und optimiert werden. Investitionen sollen dem Bericht zufolge «nach eingehender Analyse» getätigt werden.

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Wie VJC weiter schreibt, sei die Gruppe allerdings nicht börsenkotiert und unterliege somit keinen Transparenzvorschriften. SPH halte aber fest, dass sie über genügend finanzielle Mittel verfüge, um notwendige Investitionen zu tätigen.

Aevis sei hingegen eine börsenkotierte Gesellschaft und an gewisse Transparenzvorschriften gebunden. Aevis habe für VJC klare strategische Überlegungen dargelegt; VJC solle als selbständige Einheit in die Aevis-Gruppe integriert werden. Michel Reybier als Miteigentümer und Schlüsselperson von Aevis verfüge zudem über langjährige Erfahrung im Bereich der 5-Sterne-Hotellerie, so der Verwaltungsrat.

(awp/me)