Die Bundesanwaltschaft schliesst die Untersuchung der mutmasslichen Wirtschaftsspionage bei der Ems-Chemie ab: Sie klagt drei weitere Personen an, und zwar zwei frühere Abteilungsleiter der Ems sowie einen Unternehmer aus der Metallindustrie. «Bezüglich dieser drei Personen steht die Anklageerhebung unmittelbar bevor», sagte Jacqueline Bühlmann, Sprecherin der Bundesanwaltschaft (BA), der NZZ am Sonntag. Die drei Männer müssen sich wegen wirtschaftlichen Nachrichtendienstes sowie mehrfacher Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona verantworten.

Bereits Anfang April hatte die Bundesanwaltschaft gegen einen anderen ehemaligen Abteilungsleiter der Ems wegen Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses Anklage erhoben. Der Prozess gegen ihn findet am nächsten Mittwoch statt. Dem Ex-Chef der Abteilung Qualitätskontrolle wird vorgeworfen, zwischen 2003 und 2005 Firmengeheimnisse via privates Mail an den Metall-Unternehmer verraten zu haben. Unter anderem soll er Angaben zu Geschäftsstrategie, Gewinnmargen, Verkaufsmengen und Forschungsberichten der Ems gemacht haben. Bemerkenswert ist, dass die Bundesanwaltschaft die Anklage gegen die drei anderen Personen gerade jetzt erhebt. Magdalena Martullo-Blocher, Miteigentümerin der Ems-Chemie und Tochter von alt Bundesrat Christoph Blocher, hatte die Strafverfolger des Bundes in den letzten Tagen öffentlich scharf kritisiert.