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Energieeffizienz: Solare Mobilität als Chance

Sonne: Die Beleuchtungsstärke des Sonnenlichtes beträgt 100000 Lux. (Bürobeleuchtung lediglich 500 Lux)

Der grösste Teil der in der Schweiz genutzten Endenergie wird in Gebäuden und durch die zunehmende Mobilität beansprucht.

Von Jürgen Baumann
am 07.11.2012

Seit der Industrialisierung haben sich die Treibhausgas-Emissionen massiv erhöht. Heute verzeichnen wir in der Atmosphäre die höchste CO₂- Konzentra­tion der letzten 650000 Jahre. Bei weiterer Erhöhung des CO₂-Ausstosses bis End des 21. Jahrhunderts sagen Experten ­einen globalen Temperaturanstieg von 1,1 Grad (beim niedrigsten Emissionsszenario) bis 6,41 Grad (beim höchsten Szenario) voraus, was dramatische Konsequenzen für die Zivilisation und die gesamte Biosphäre zur Folge hätte.

Hoher Sensibilisierungsgrad

Rund die Hälfte der in der Schweiz ­genutzten Endenergie verbrauchen Gebäude. Mobilität verschlingt ein weiteres Drittel. In beiden Bereichen ist der Einsatz fossiler Energieträger heute noch die Regel. Die Sensibilisierung in Bezug auf Ener­gieeinsparungen in Gebäuden ist in der Schweiz − im Vergleich zu anderen Ländern − weit fortgeschritten. So sind hierzulande auch immer mehr Unternehmen und Organisationen bereit, ihren Beitrag zu einer intelligenteren Nutzung fossiler Energien zu leisten und ihr Engagement für erneuerbare Energien zu zeigen. Was liegt da näher, als diese beiden Anliegen miteinander zu verbinden?

Die Division Building Technologies von Siemens Schweiz hat deshalb das Projekt «Solare Mobilität» ins Leben gerufen. Es soll Unternehmen ermöglichen, durch die Verknüpfung von Photovoltaik und Elektromobilität einen Beitrag für mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu leisten und dieses Engagement aktiv zu kommunizieren. Dabei liefert Siemens − abgesehen von den Elektromobilen − die schlüsselfertige Anlage aus einer Hand.

In der Niederlassung in Steinhausen ist seit Anfang 2012 eine voll funktionsfähige Anlage in Betrieb. Sie besteht aus zwei Photovoltaik-Anlagen und der allwettertauglichen Ladeinfrastruktur. Bereits seit Sommer 2011 steht vor dem Gebäude ein Elektrofahrzeug. Dessen durchschnitt­licher Verbrauch beträgt gemessene 21 kWh pro 100 Kilometer, was rund 2,1 Litern Benzin oder Diesel entspricht.

Die Anlage auf dem Flachdach verfügt über eine Fläche von rund 70 Quadratmeter und eine nominelle Leistung von 11 kWp (Spitzenleistung). Zusätzlich ist auf dem Dach ein Sun Tracker mit einer Panelfläche von 20 m2 installiert, welcher sich automatisch an der Sonne ausrichtet. Die dadurch geerntete Energiemenge ist etwa 30 Prozent höher als bei einem ­sta­tischen Feld. Die beiden Photovoltaik-­Anlagen erzeugen pro Jahr genug Energie, um mit dem hauseigenen eCar mehr als 50000 Kilometer fahren zu können. Ein Wechselrichter und die notwendigen Schutz-, Mess- und Überwachungsgeräte von Siemens sorgen für einen sicheren und ­wirtschaftlichen Betrieb.

Green Building Monitor als Herzstück

Das zentrale Element der Anlage sind die drei «Green Building Monitors». Diese zeigen den Ressourcenbedarf des Gebäudes an, etwa den jeweiligen Strombedarf, die Eigenerzeugung über eine Photovol­taik-Anlage, die von eCars bezogene Energiemenge, den Wasser- und Wärmebedarf des Gebäudes, Emissionen aus dem Ressourcenverbrauch, die dazugehörenden Kosten, Vergleiche zu anderen energie­effizienten Gebäuden (Benchmarks) und ­vieles mehr. Diese Daten werden alle 15 Minuten erhoben und in einer Datenbank hinterlegt.

Die Informationen über den Ressourcenverbrauch sensibilisieren die Mitarbei­tenden und stellen das Engagement und den Erfolg im Bereich Umweltschutz und Energieeffizienz auch für Aussenstehende gut sichtbar dar. Diese Transparenz erlaubt es zudem, aktuelle Einstellungen an der bestehenden Haustechnik zu hinterfragen und Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz zu identi­fizieren und gezielt auszuschöpfen.

Dank dem Green Building Monitor, der dahinterliegenden Datenbank und dem Know-how der Energie­ingenieure gelang im Bürogebäude in Steinhausen ZG bereits in den Jahren 2007 bis 2011 eine Reduktion des CO₂-Ausstosses um 60 Prozent. Der Strombedarf sank um 16 Prozent, Wasser wurde 20 Prozent weniger verbraucht, und die Kosten sanken – trotz Preissteigerungen – um 20 Prozent. Mit dem eingesparten Strom der letzten Jahre – es sind konkret 225 MWh – könnte das hauseigene Elektromobil über 1 Million Kilometer weit fahren. Die Kombination von Photovoltaik-Anlage und eCar-Angebot wird die Umweltverträglichkeit der Niederlassung zudem noch weiter verbessern.

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