Rund die Hälfte der landesweit produzierten Energie wird zurzeit für das Heizen und den Betrieb von Gebäuden verbraucht – 70% davon entfallen auf fossile Energieträger wie Öl und Gas, bei deren Verbrennung CO2 entsteht. Angesichts steigender Energiepreise sowie Forderungen des Klimaschutzes zur CO2–Reduktion gewinnen Gebäudesanierungen zunehmend an Bedeutung. Umso mehr, als die Qualität von Gebäudehüllen den Energieverbrauch in den Gebäuden stark beeinflusst.

Eine energieeffiziente Gebäudesanierung beginnt deshalb mit einer gut gedämmten Gebäudehülle. Hinsichtlich Energieverbrauch stehen ältere Gebäude – verglichen mit Bauten nach Minergie-Standard – um ein Mehrfaches schlechter da. So hat sich gezeigt, dass allein durch Renovationen im Bereich Gebäudehülle (Fassaden, Fenster, Estrichboden, Dach) Energieeinsparungen von bis zu 65% realisierbar sind und der CO2-Ausstoss so wirksam reduziert werden kann.

Die Aussenhülle zuerst

Eine energietechnische Sanierung von Gebäuden bedeutet einerseits Kostenaufwand, anderseits bringt sie Bauherren und Gebäudenutzern aber auch Profit und Mehrwert (siehe Kasten).

Für Gebäudesanierungen sollte stets ein ganzheitliches Sanierungskonzept erstellt werden, das energietechnische und wirtschaftliche Kriterien ebenso mit einbezieht wie die Aspekte des Wohnkomforts. Im Rahmen einer Gesamtanalyse und des bestehenden Energieverbrauchs des Gebäudes werden erforderliche bauliche Optimierungsmassnahmen definiert.

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Der Entscheid für eine Gesamtsanierung oder eine Sanierung in Etappen hängt primär von der Finanzierbarkeit ab. Die Erneuerung in Etappen – beispielsweise über mehrere Jahre – bietet den Vorteil, dass das Gebäude während der Sanierungsarbeiten bewohnbar bleibt. Bei Einhaltung des Königsweges muss zuerst die Gebäudehülle (Fassaden, Fenster und Dach) erneuert werden. Damit sinkt der Energiebedarf bereits etwa um den Faktor zwei. Erst dann folgt die Erneuerung der Wärmeerzeugung (Heizung, Haustechnik), die auf den jetzt niedrigeren, neuen Energiebedarf ausgelegt werden kann zu prüfen ist der Umstieg auf erneuerbare Energien.

Subventionierte Technik

Energetische Erneuerungen der Gebäudehülle werden von verschiedenen Institutionen wie der «Stiftung Klimarappen» und «Minergie» sowie durch nationale, kantonale und kommunale Förderprogramme in Form von Förderbeiträgen oder kostenloser Energieberatung unterstützt. Einige Banken gewähren eine Reduktion auf Hypothekarzinsen oder Darlehen für Investitionen zur Energieeffizienz. Zur fachgerechten Sanierung von Gebäudehüllen sind Spezialisten erforderlich. Der Schweizerische Verband Dach und Wand (SVDW) bietet bei Sanierungen umfassende Dienstleistungen an.