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Energieversorgung: Ohne Strom keine Telekommunikation

Die Swisscom setzt auf eine ökologisch verträgliche und aus erneuerbaren Quellen stammende Stromlieferung. Gesucht wird deshalb auch immer wieder nach neuen Möglichkeiten, um Energie zu sparen, sei di

Von Albert Kuhn
am 07.06.2007

Von der zukünftigen Stromversorgung der Schweiz ist in letzter Zeit viel die Rede. Eine immer wieder genannte Option sind die erneuerbaren Energien (Strom aus ökologischer Wasserkraft, aus Sonne, Wind und Biomasse). Das Engagement für diese Energieformen scheint aber dennoch eher halbherzig. Die Swisscom ist aber der Meinung, dass die Zeit reif ist, um dem Ökostrom zum Durchbruch zu verhelfen. Wenn uns das nicht bald gelingt, könnte die Chance für einen breiten Einsatz von erneuerbaren Energien verpasst werden.

Die Netze von Swisscom übertragen riesige Datenmengen. Im letzten Jahr waren es 567 Mio Gigabit. Swisscom und ihre Kundinnen und Kunden sind auf eine zuverlässige und langfristig gesicherte Stromversorgung angewiesen. Für Swisscom ist es deshalb nahe liegend, eine ökologisch verträgliche und aus erneuerbaren Quellen gespiesene Stromversorgung zu fördern. Diese muss mit einem sorgsamen Umgang mit der Elektrizität generell und mit der Ausschöpfung von vorhandenen Sparpotenzialen einhergehen.

Energiesparmöglichkeiten

Swisscom sucht daher immer wieder nach neuen Möglichkeiten, um Energie zu sparen, sei es in Form von Strom, Treib- oder Brennstoffen. Unterstützt werden diese Projekte durch ein seit vielen Jahren betriebenes Umweltmanagementsystem. Swisscom wurde schon 1998 als erster Telekom-Operator der Welt nach der Umweltnorm ISO 14001 zertifiziert. Mit der EnAW (Energie-Agentur der Wirtschaft) wurde 2004 eine Universalzielvereinbarung für die CO2-Reduktion und Energieeffizienz-Steigerung abgeschlossen. Und seit Oktober 2006 ist Swisscom Mitglied der WWF Climate Group – eine Gruppe, die sich
zum Ziel gesetzt hat, ihre CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren.

Dominanter Stromverbrauch

Beim Energieverbrauch von Swisscom dominiert die Elektrizität mit einem Anteil von rund 80%. Trotz Ausbau der Netze und Einführung von neuen Technologien ist es gelungen, den Stromverbrauch in den letzten Jahren annähernd konstant zu halten. Dies ist vor allem auf eine effizientere Kühltechnologie und auf die Vereinfachung der Netzarchitektur zurückzuführen. Insbesondere im Bereich der Kühlung von Zentralen liegt ein erst zum Teil ausgeschöpftes Sparpotenzial. In einer ersten Phase wurde die zulässige Betriebstemperatur von ursprünglich 20 °C auf bis 28 °C erhöht. Und in diesem Jahr werden die Zentralen umgerüstet, um gänzlich auf Klimaanlagen verzichten zu können. Gekühlt wird dann nur noch mit Aussenluft. Damit kann Swisscom nicht nur Strom sparen, sondern auch auf Investitionen für Klimaanlagen verzichten und gleichzeitig umweltkritische Kältemittel vermeiden.

Bezug von Ökostrom

Swisscom bezieht seit vielen Jahren Naturemade-Star-Ökostrom. 2006 waren es total 13,2 Mio kWh. Davon stammen ca. 11,5 Mio kWh aus Naturemade-Star-zertifizierten Flusskraftwerken, 900000 kWh von einem Windgenerator auf dem Mont Crosin, 535000 kWh von mehreren Solaranlagen und schliesslich noch 250000 kWh aus Biomasse-Kraftwerken. Nach wie vor ist Swisscom auch die grösste Bezügerin von Wind- und Sonnenstrom in der Schweiz.
Das Telekomunternehmen legt grossen Wert auf das Naturemade-Star-Label, ein schweizweit gültiges Qualitätsmerkmal für Ökostrom. Dieses gilt als das Ökostrom-Label mit den strengsten ökologischen Anforderungen in der Schweiz. Um den «grünen Strom» zusätzlich zu unterstützen, ist die Swisscom auch im Vorstand des Trägervereins VUE (Verein für umweltgerechte Elektrizität) und vertritt dort die Grosskonsumenten.
Mit dem Ökostrombezug will der Telekomkonzern einerseits erneuerbare Energien fördern und anderseits einen Beitrag zur Ökologisierung der Wasserkraft leisten, was sich positiv auf die Biodiversität und den Landschaftsschutz auswirkt. In Übereinstimmung dazu unterstützt Swisscom das Projekt Smaragd des WWF, bei dem es um die Vernetzung von Lebensräumen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten geht, sowie den Schweizerischen Nationalpark. In Smaragd-Gebieten erfolgen zusätzlich Freiwilligeneinsätze durch Mitarbeitende.

Bau von Solaranlagen

Ergänzend zum Ökostrom-Engagement planen und bauen Lehrlinge von Swisscom Solaranlagen auf den firmeneigenen Gebäuden. Diese Solarprojekte haben einen mehrfachen Nutzen: Die Lehrlinge sammeln Projekterfahrung und Kenntnisse über erneuerbare Energien, die Mitarbeitenden werden für Energiefragen sensibilisiert und Swisscom erhält eigene Solaranlagen.
2005 errichteten 14 Lehrlinge auf einem Gebäude in Zürich eine erste Solaranlage mit einer Leistung von rund 10 kWp. 2006 folgte die zweite auf dem Dach des Hauptsitzes in Worblaufen. Sie wurde im Beisein von Bundespräsident Leuenberger in Betrieb genommen. Im vergangenen April kam die dritte Anlage auf dem Businesspark in Köniz dazu, erstmals ausgerüstet mit sogenannten Dünnschichtzellen. Noch für dieses Jahr ist eine vierte Anlage geplant, wiederum in Zürich.

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Albert Kuhn, Head of Corporate Responsibility, Swisscom AG, Bern.

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