In der Schweizer Niederlassung von Nike rumort es gewaltig. Seit längerer Zeit sehe dort ein von der deutschen Zentrale abgesandter Manager «zum Rechten», heisst es in der Branche. Inzwischen seien bei Nike Schweiz diverse Mitarbeiter vorsorglich entlassen worden.

Bei Nike Schweiz hält man sich weitgehend bedeckt, spricht von «Restrukturierungen», die anstehen würden - verwies aber für alle weiteren Fragen nach Deutschland.

«Kein Rückzug aus der Schweiz»

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Unternehmenssprecher Olaf Markhoff bestätigte «Handelszeitung Online», dass Nike seine Personalstruktur in Westeuropa an die aktuellen Marktgegebenheiten anpasse, um in Zukunft noch besser für den Wettbewerb aufgestellt zu sein: «Dabei werden neue Positionen geschaffen, andere werden in neue Strukturen integriert und es wird eine limitierte Anzahl von Stellenstreichungen geben. Wir arbeiten sehr eng mit unseren Betriebsräten und weiteren Arbeitnehmervertretungen zusammen», so Markhoff.

Markhoff dementiert hingegen Rückzugs-Gerüchte in der Branche: «Das Schweizer Büro bleibt bestehen und wird weiterhin von Deutschland geleitet. Es gibt keinen Rückzug aus der Schweiz. Für die betroffenen Mitarbeiter gibt es einen Sozialplan.» Wieviele Personen entlassen werden, wollte Marhoff nicht mitteilen.

Auch nicht mehr FCB-Sponsor

Eine grössere Veränderung gab es von Nike bereits im Fussball - die Spieler des FC Basel laufen ab kommender Saison nicht mehr in Nike-Trikots auf. Für den bisherigen Vertrag soll der Schweizer Meister von Nike Geld- und Sachleistungen von gegen einer Million Franken erhalten haben. Nun übernimmt Adidas diesen Part und bietet offenbar noch mehr. Nach 35 Jahren hatte der Sportkleiderexperte mit den drei Streifen dem Grasshopper Club Zürich (GCZ) den Rücken gekehrt, wie diese Zeitung Ende August 2011 berichtete.

Dass bei Nike Schweiz einiges nicht so läuft, wie geplant, zeigte auch das jähe Ende des ersten so genannten Flagship-Stores im Jahr 2009 - dieser war vom US-Konzern erst 2007 in Bern eröffnet worden.

2009 zog die Firma zudem den grössten Stellenabbau ihrer Geschichte durch. 1750 Stellen wurden gestrichen, was die Entlassung für 5 Prozent aller Mitarbeiter bedeutete.