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Entscheidet sich Grübels Zukunft in Singapur?

Oswald Grübel: Hat er das Vertrauen des Verwaltungsrates? (Bild: Keystone)

Der UBS-Verwaltungsrat reist für eine Sitzung offenbar nach Singapur. Dort geht es laut Berichten um Einschnitte bei der Investmentbank - und die Frage, wer die Bank als CEO neu strukturieren soll.

Veröffentlicht am 20.09.2011

Der Verwaltungsrat der UBS (Aktienkurs UBS) trifft sich laut verschiedenen Quellen ab morgen in Singapur zu einer regulären Sitzung. Zuoberst auf der Traktandenliste steht dabei laut «Tages-Anzeiger» einerseits die künftige Strategie des Bankkonzerns und nach den jüngsten Vorfällen in der Investment Bank die Zukunft von CEO Oswald Grübel.

Die Sitzung finde wegen des am Sonntag in Singapur stattfindenden Formel-1-Rennens, zu deren Sponsoren die UBS gehöre, statt, so eine Quelle. Singapur ist zudem über dessen Staatsfonds Hauptaktionär der UBS.

Die Kernfrage, die sich dem Verwaltungsrat dabei stellt, ist die Rolle der Investment Bank in der künftigen Strategie. Laut «Tages-Anzeiger» soll das Management mit einem umfassenden Plan zur Restrukturierung dieser Division nach Singapur fliegen. Zwar seien auch Änderungen bei der Vermögensverwaltung vorgesehen, doch die entscheidenden Einschnitte würden bei der Investment Bank vorgenommen.

So sollen der Eigenhandel und der kapitalintensive Bereich Fixed-Income, der für das mit amerikanischen Subprime-Produkten erlittene Debakel verantwortlich war, so weit wie möglich aufgegeben werden. Zudem würden Risikopositionen (Risk Wighted Assets) von heute 130 Milliarden Franken um ein Drittel reduziert. Dadurch würde gemäss der Zeitung Eigenkapital in der Höhe von 10 Milliarden Franken frei.

Grübel braucht ein überzeugendes Votum

Konzern-CEO Oswald Grübel will gemäss dem Blatt die Restrukturierung selbst durchführen. Der «Tages-Anzeiger» beruft sich dabei auf Informanten von Personen, die Grübel nahestehen sollen.

Dafür brauche er aber ein überzeugendes Vertrauensvotum des Verwaltungsrates. Gefordert sei auch eine Erklärung, dass Grübel bis mindestens Anfang 2013 in seiner Funktion bleiben werde. Erfolge diese nicht vor dem 17. November - an diesem Tag will die Bank ihre Strategie an einem Investorentag vorstellen -, bedeute dies das Ende von Oswald Grübel als UBS-CEO.

Für das Festhalten an Grübel spricht dem Blatt zufolge der Umstand, dass der künftige VR-Präsident Axel Weber genügend Zeit hätte, einen geeigneten Nachfolger zu finden. UBS-intern komme derzeit einzig Sergio Ermotti in Frage, der vor Jahresfrist von der Uni Credit zur UBS stiess. Um seinen Job bangen müsse nach dem jüngsten Vorfällen dagegen Carsten Kengeter, CEO der Investment Bank.

Diskutiert werde ausserdem, dass der derzeitige VR-Präsident Kaspar Villiger von seiner Funktion bereits 2012 und nicht wie vorgesehen 2013 zurücktreten werde.

(tno/laf/sda)

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