RANGLISTE. Royal Dutch, BP und Total belegen in der Euro-Top-100-Rangliste die Ränge 1 bis 3. Zählt man die Schweizer Glencore auf Rang 6 und die italienische Eni (8) dazu, dann stammt die Hälfte der Top-10-Firmen aus der Welt der Rohstoffe. Dies ist kein Zufall: Die steigende Nachfrage nach Erdöl, die Lieferengpässe, die geopolitischen Unsicherheiten sowie die Investitionsrückstände bei der Erschliessung neuer Quellen haben den Preis des schwarzen Goldes in die Höhe schnellen lassen. Es ist eine Frage der Zeit, bis das Barrel Rohöl die magische Grenze von 100 Dollar knackt.

Arcelor Mittals Sprung nach vorn

Eine der spektakulärsten Zusammenschlüsse des Jahres 2006 findet sich im Ranking wieder. Arcelor Mittal verbesserte sich von Rang 46 auf Rang 12 und überholte damit ThyssenKrupp aus Deutschland (26). Mittal, ursprünglich grösster Stahlproduzent der Welt, wollte im Januar 2006 Arcelor, Nummer zwei der Branche, für 18,6 Mrd Euro übernehmen. Die in Luxemburg ansässige multinationale Arcelor-Gruppe versuchte mit allen Mitteln, eine feindliche Übernahme zu verhindern, akzeptierte jedoch im Juni 2006 das abermals auf rund 26 Mrd Euro erhöhte Angebot. Zu den Aufsteigern des Jahres gehören auch Unternehmen aus der Kommunikationsbranche, die ihre Rückschläge zu Beginn des Jahrtausends mit dem Platzen der Dot-com-Blase vollends überwunden hat. Die spanische Telefónica legte 2006 umsatzmässig um 36,7% auf 52,9 Mrd Euro zu. Das bedeutet in der Rangliste einen Sprung von Position 36 auf neu 20 (Zur Erinnerung: 2003 lag der Kommunikationskonzern auf Rang 49). Im Jahr 2005/2006 kaufte Telefónica die britische Telefongesellschaft O2 für umgerechnet 26 Mrd Euro. Zudem übernahm Telefónica die Mehrheit der Aktien an der kolumbianischen Telecom und arbeitet in einem Joint Venture mit der portugiesischen Firma Portugal Telecom in Lateinamerika zusammen.Nach wie vor grösster Kommunikationskonzern Europas ist die Deutsche Telekom (13). Vodafone, 2005 wegen Milliardenverlusten (Mannesmann) von Rang 17 auf Rang 54 zurückgefallen, arbeitete sich auf Platz 27 vor; zugelegt hat ferner der finnische Handy-Hersteller Nokia, von Rang 43 auf 36.

Aldi und die Autos

Erwähnenswert im Hinblick auf die Expansionspläne in der Schweiz ist Aldi. Der deutsche Discounter erhöhte den Umsatz um 19,6% auf 38,6 Mrd Fr. DaimlerChrysler erscheint das letzte Mal auf dem Ranking (4), nachdem sich die beiden Konzerne mittlerweile getrennt haben. Dennoch ist die Automobilbranche allen Unkenrufen zum Trotz gut im Schuss: Volkswagen (Platz 5), PSA Peugeot Citroën (18) und Fiat (22).

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