Die finanziell in Schwierigkeiten steckende Santhera erwarb in den USA die Rechte an einem Patent für Catena (Idebenone). Dabei handelt es um eine exklusive Lizenz des US National Institutes of Health an einem bereits erteilten Patent für die Anwendung von Idebenone zur Behandlung primär-progredienter Multipler Sklerose, wie das Liestaler Unternehmen mitteilt.

In den USA allein seien rund 40'000 Patienten von dieser Krankheit betroffen, aktuell existiere aber noch keine Behandlungsmöglichkeit dafür. Das National Institute of Health untersuche derzeit die Wirkung von Catena (Idebenone) in dieser Anwendung in einer Placebo-kontrollierten Phase-II-Studie. Santhera liefert die Studienmedikation und erhält im Gegenzug Rechte an den Resultaten.

Finanzielle Restrukturierung

Die Aktionäre von Santhera haben erst kürzlich an der Generalversammlung von Mitte Mai für eine Fortsetzung der Geschäftstätigkeit votiert. Darüber hinaus wurde auch der Prüfung aller strategischen Optionen zugestimmt. Auf dieser Grundlage werden die Lizenzierung oder der Verkauf von Produkten geprüft sowie eine mögliche Fusion. Ausserdem sollen die finanziellen und operativen Restrukturierungsmassnahmen fortgesetzt werden, hiess es damals.

Auf die Ankündigung reagierte die Börse mit einem Kurssprung von 20 Prozent (Stand 10:30 Uhr). An der Börse ist die Firma, deren Aktien 2006 zu 90 Franken ausgegeben wurden und heute bei 2.34 Franken stehen, nun gut 7 Millionen Franken wert. Vom Kurssprung profitiert auch ein Schweizer Milliardär: Einer der Hauptaktionäre von Santhera ist mit rund 15 Prozent die Familie des früheren Serono-Hauptaktionärs Ernesto Bertarelli, die Ende 2008 mit 16 Millionen Franken eingestiegen war.

(se/vst/reuters)

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