WERBEBRANCHE. Von der erfreulichen Konjunktur in der Schweiz hat auch die Werbebranche profitiert. Ihre Umsätze sind 2006 gestiegen. Absolute Zahlen über die Branchenumsätze werden jedoch nirgends erfasst. Immerhin erhebt der Branchenverband bsw leading swiss agencies» unter seinen Mitgliedern die Bruttobetriebserträge und stuft die Werbe- (nicht die Media-)Agenturen entsprechend ein. Der bsw erfasst gut zwei Drittel des Branchenumsatzes, der von insgesamt rund 1000 Werbeagenturen erwirtschaftet wird – von ihnen sind etwa 800 Ein-Personen-Unternehmen. Die einzige Schätzung, die existiert, ist diejenige der «Billings», also die Gesamt-Werbeausgaben der Auftraggeber. Deren Höhe beträgt rund 5,6 Mrd Fr.

Mehr Effizienz gefragt

Nach Einschätzung von bsw-Präsident Frank Bodin herrscht im Markt trotz günstiger Ertragszahlen ein «hart umkämpfter Wettbewerb», der immer mehr Effizienz verlange. Erfolgreich, so Bodin, seien vor allem kreative Werbeagenturen, die integriert arbeiten. Damit spielte er auf das Anwachsen der Online-Medien an: Die Umsätze bewegen sich leicht von den klassischen Medien hin zu den neuen elektronischen Plattformen, wobei das nicht heisse, dass einige «klassische» Agenturen mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hätten: Die ganze Branche passe sich dem neuen Medienverhalten an. Die Entwicklung zum Anbieter aller Kommunikations-Disziplinen finde von beiden Seiten statt, von klassischen wie auch von nichtklassischen Agenturen. Dabei würden die Spezialagenturen durchaus nicht aus dem Boden spriessen.

Vorlaufender Indikator

Pedro Simko, CEO von Saatchi & Saatchi Simko (Platz 2, siehe Tabelle), kann sich freuen: Seit der letzten Erhebung 2002 hat sich der Umsatz gegenüber der ehemaligen Saatchi & Saatchi in etwa verdreifacht (2002: Platz 17), und allein in den letzten zwei Jahren hat sich der Umsatz seiner Agentur verdoppelt. Trotzdem sieht Simko die Bäume nicht in den Himmel wachsen: Dieses Jahr – das entsprechende Ranking erscheint nächstes Jahr – war ebenfalls erfolg-reich, zumindest für seine Agentur (plus rund 30%), «und das auch wegen der dieses Jahr immer noch positiven wirtschaftlichen Indikatoren der Schweiz». Er erwartet für 2008 eine leichte Abkühlung der Werbekonjunktur, die dem Verlauf der allgemeinen Konjunktur entspreche, wobei Simko vor allem an die Rückschläge der Finanzindustrie denkt. Käme erschwerend hinzu, so Simko, dass die Werber konjunkturelle Schwankungen meist als erste zu spüren bekämen – im Positiven wie im Negativen.

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