Das Gesicht der Küche hat sich verändert: Durch die vermehrt offene Planung und Integration in den Wohnraum hat sie ästhetisch und funktional Wohnqualitäten entwickelt. Sie hat sich herausgeputzt, ist im wahrsten Sinne schön geworden, hochwertig, attraktiv. Und sie hat neue Qualitäten hinzugewonnen: Die Küche 2007 ist angenehm leise und frei von Kochdunst und -gerüchen. Dafür sorgt modernste Technik: Dämpfende Puffer und Scharniere bei den Türen, sanfte Schliessmechanismen bei Schubladen und Auszügen, hochleistungsfähige Dampfabzüge und nicht zu vergessen energiesparende, komfortable Apparate. Es hat der Küche sichtbar gut getan, dass sich in den letzten Jahren neben den Technikern auch die Designer um diesen Teil der Einrichtungswelt gekümmert haben. Doch neben der Ästhetik setzen auch die auf den ersten Blick unsichtbaren Qualitäten neue Massstäbe, zum Beispiel die Ergonomie.

Vielfältige Komfortansprüche

Was den Gebrauch der Küche angeht, ist sie längst nicht mehr die alleinige Domäne der Hausfrau: Viele Köchinnen und Köche stehen am Herd, an der Rüstinsel, vor der Spüle, und alle legen Wert auf ergonomischen Komfort. Die richtige Arbeitshöhe, übersichtliches Innenleben, gut integrierte Infrastruktur, einfache Bedienbarkeit, blendfreies Licht, pflegeleichte Materialien, logische Abläufe, kurze Wege und viele Kriterien mehr werden als selbstverständlich vorausgesetzt – obwohl diese Nutzer unterschiedlich gross und kräftig sind und auch sonst ganz verschiedene Vorlieben haben. Wie soll man hier eine Küche individuell planen? Noch expliziter ist das Problem im Mietwohnungsbereich: Hier können die Nutzer viele Male im Laufe eines gut 30-jährigen Küchenlebens wechseln. Nicht Individualität, sondern Ergonomie heisst hier das Schlüsselwort: Wenn eine Küche ergonomisch gut und vorausschauend geplant ist, entspricht sie automatisch den individuellen Bedürfnissen oder lässt sich diesen problemlos anpassen. Rationelles, kräfteschonendes und körpergerechtes Arbeiten ist das Ziel. Erst eine Küche, die für alle Lebenslagen und Lebensphasen gewappnet ist, zeichnet sich durch wahre Qualität aus.

Eine Küche für alle Lebenslagen

Ergonomie ist unbestritten das A und O guter Planung. Doch wie lässt sich für alle eine ergonomische Küche planen? In den einschlägigen Normenwerken sind die wichtigsten Grundsätze festgehalten, die in eine professionelle Planung einzufliessen haben, doch selten werden sie umfassend und vorausschauend umgesetzt. Die Sanitas Troesch AG hat nun einen wichtigen Vorstoss unternommen und zusammen mit dem Architekten, Ergotherapeuten und Gerontologen Felix Bohn die massgebenden Grundregeln erarbeitet, auf die es bei einer vorausschauenden Planung ankommt. Die Betonung liegt auf vorausschauend: Wer heute auf die zentralen ergonomischen Anforderungen achtet und Wert darauf legt, gewinnt wichtige Freiheiten für morgen und eine Küche, die sich allen Lebenslagen anpasst. Das gilt für kleinere körperliche Handicaps ebenso wie für spezifische Anforderungen im hohen Alter, für geplante Komfortverbesserungen oder Ergänzungen.
Der zentrale Punkt: Eine Küche ist so zu planen, dass sie grundsätzlich für spätere Veränderungen vorbereitet und offen ist. Individuelle Anpassungen werden damit jederzeit ohne grossen Aufwand auf der Basis einer detaillierten Bedürfnisabklärung möglich. Eine mit Anpassungsoptionen von Anfang an richtig geplante Küche unterscheidet sich nicht äusserlich, sondern in ihren inneren Werten und ihrem Potenzial von gängigen Standardküchen.

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Nachgefragt | Stefan Zindel, Leiter Sparte Küche, sanitas troesch aG: «An spätere Lebensphasen denken»

Worin liegt der wesentliche Unterschied Ihres Planungsansatzes?

Stefan Zindel: Die Küche ist ein Arbeitsort. Deshalb sollte sie so geplant werden, dass Arbeiten möglichst bequem und sicher von der Hand gehen. Eine qualitativ hoch stehende Küche hat jedoch auch eine lange Lebensdauer, deshalb sollte bei der Planung auch an die möglichen veränderten Bedürfnisse in späteren Lebensphasen gedacht werden. Wir dehnen sozusagen den Planungshorizont auf den Lebenszyklus der Küche aus und machen sie anpassungsfähig.

Bedeutet dies auch, dass Ihre Küchen anders aussehen?

Zindel: Was das äussere Bild betrifft, nein – abgesehen vom Design natürlich. Eher schon durch technische Details. Der wesentliche Unterschied liegt jedoch, wie beschrieben, im Planungsansatz.

Was zeichnet eine gute Küche heute aus?

Zindel: Es ist wohl die ganzheitliche Qualität, die eine gute Küche auszeichnet: Die Ästhetik, Materialien, Verarbeitung, Ergonomie, Ausstattung, Planung, das Unternehmen, die Marke und ökologische Aspekte definieren zusammen den Qualitätsbegriff. Unsere Küchenlinien Home und Living verfügen zum Beispiel über das Gütezeichen «Goldenes M», das diese ganzheitliche Qualität zum Massstab hat und bereits auch Kriterien für gesundes Wohnen berücksichtigt.

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