Der schwedische Telekomausrüster Ericsson hat im vierten Quartal mehr erlöst als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 66,9 Milliarden Schwedische Kronen (rund 9,6 Milliarden Franken), teilte der Branchenprimus mit.

Der operative Kerngewinn legte um 17 Prozent auf 691 Millionen Franken. Unter dem Strich rutschte Ericsson jedoch in die roten Zahlen. Dies hing mit Kosten im Zusammenhang mit der Beteiligung am Chiphersteller ST-Ericsson zusammen. Einen positiven Beitrag steuerte der inzwischen verkaufte Mobilfunkanbieter Sony Ericsson bei.

Das Umsatzplus gilt als Anzeichen dafür, dass Netzbetreiber getrieben von der boomenden Nachfrage nach dem mobilem Internet wieder stärker in ihre Netze investieren. Auch in einem wachsenden Markt muss sich Ericsson der Konkurrenz von NSN und chinesischer Anbieter erwehren. Die Schweden kündigten eine Dividende von 2,75 Kronen an nach zuvor 2,5 Kronen.

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Entlassungen wegen Orange-Wechsel

Der Wechsel des Betriebs des Orange-Netzes von Alcatel-Lucent zu Ericsson hat derweil Konsequenzen. Ericsson hat 17 der 94 von Alcatel-Lucent übernommenen Beschäftigten entlassen. Die Arbeitsverhältnisse enden am 30. April, wie Lars Bayer, der Medienverantwortliche des schwedischen Ericsson-Konzerns für die Schweiz, eine Information des Westschweizer Radios RSR bestätigte.

Die Entlassungen erfolgten an verschiedenen Orten, sagte er weiter, ohne Details zu nennen. Zehn beim Wechsel des Betriebsvertrags von Ericsson übernommene Orange-Mitarbeiter seien nicht betroffen. Ericsson reorganisiere die Netzunterhaltsdienste. Damit wolle das Unternehmen effizienter werden als Alcatel-Lucent, sagte Bayer. Die Gekündigten könnten sich für freie Posten bei Ericsson Schweiz bewerben.

Orange hatte im Dezember einen Fünfjahresvertrag mit Ericsson für den Betrieb des Netzes bekanntgeben. Dazu gehören auch Wartungsarbeiten. Damals kündigte Ericsson an, mehr als 90 Mitarbeitende des französischen Konzerns und zehn von Orange zu übernehmen. Rund 40 Angestellte von Alcatel-Lucent in der Schweiz, die nicht von Ericsson übernommen wurden, sind immer noch im Ungewissen über ihre berufliche Zukunft. Bis Mitte Februar soll eine Lösung für sie gefunden sein.  

(muv/chb/sda/awp)