Der Börsengang der Gastrokette Telepizza in Madrid im April dieses Jahres ging mächtig in die Hose: Die Pizzaexperten tragen den zweifelhaften Titel, das schlechteste IPO aller Zeiten an der Bolsa de Madrid eingefahren zu haben. Die Titel verloren seit dem Gang aufs Parkett 20 Prozent an Wert, notieren heute um 6 Euro. Dabei war das Unternehmen zuvor im Besitz von Private-Equity-Firmen, die Unternehmen gerne für die Börse fit machen. Der Konzern hätte also bereit für den Start sein sollen.

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Dass Telepizza dennoch so holprig gestartet ist, stört namhafte Investoren offenbar nicht – im Gegenteil. Seit Mai ist die Credit Suisse mit 6,9 Prozent an den Spaniern beteiligt. Und wie jetzt bekannt wird, hat sich auch die UBS einen Happen an den Pizzabäckern gesichert. Mit 9,89 Prozent sind die Banker der drittgrösste Anteilseigner von Telepizza. Der Wert der Beteiligung geht gegen 59,8 Millionen Euro. Und die Grossbank hat immerhin im IPO beraten, sollte also wissen, ob die Gastrokette ihr Geld wert ist.

Viele bekannte Namen

Nicht nur die Schweizer Grossbanken stehen auf Telepizza. Auch bekannte Hedgefonds und Vermögensverwalter steigen ein. So ist der Quantum-Fonds des legendären Finanzgurus George Soros ebenso an Telepizza beteiligt wie etwa Permira oder Alliance Bernstein – eine Tochter des Versicherungskonzerns Axa.

Wer ist die Firma, die trotz Börsenschwäche so viele grosse Namen auf sich vereint? Telepizza ist mit 1313 Filialen der grösste nichtamerikanische Pizzakonzern der Welt. Der Hauptsitz befindet sich in der spanischen Hauptstadt Madrid, aktiv ist das Unternehmen aber in 15 Ländern weltweit. In Europa kennt man die Eigenmarke in Spanien, Portugal und Polen. In Südamerika gibt es Telepizza in Kolumbien, Chile, Peru und Ecuador.

Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete die Gruppe, die auch Franchising betreibt, einen Umsatz von 491,8 Millionen Euro, vor Steuern und Abschreibungen schaute ein Gewinn von 57.7 Millionen Euro raus.