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Wettbewerb
Ernesto Bertarelli fordert Amazon heraus

Ernesto Bertarelli
Ernesto Bertarelli: Der Multimilliardär ist im Vergleich mit Jeff Bezos ein finanzielles Leichtgewicht. Quelle: Keystone

Mit Jeff Bezos nehmen es wenige auf, Ernesto Bertarelli wagt es. Er investiert in US-Cloudanbieter Wasabi und konkurrenziert damit Amazon.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 17.09.2018

Es passiert wohl selten, dass Multi-Milliardär Ernesto Bertarelli wie ein finanzielles Leichtgewicht abschneidet. Doch im Direktvergleich mit Amazon-Gründer geht es selbst dem Italo-Schweizer so: Während Jeff Bezos gut 160 Milliarden Dollar Vermögen in die Waagschale werfen kann, sind es bei Bertarelli laut Bilanz rund 13 bis 14 Milliarden Franken (13 bis 14 Milliarden Dollar).

Und auch wenn Bertarelli mit dem Erlös aus dem Verkauf des Familienunternehmens den Investment-Koloss Waypoint Capital aufgestellt hat – Bezos hat mit Amazon kürzlich die Marke zum Billionen-Konzern geknackt. Auch für Bertarelli dürfte Bezos also einer der gewichtigsten Wettbewerber sein, mit denen er sich messen könnte.

Für den 52 Jahre alten Segel-Fan kommt das wohl gerade richtig: Jetzt nimmt er es direkt mit Amazon auf. Und das geht so: Bertarelli hat vergangenes Jahr einen geschlossenen Tech-Fonds gebildet, Forestay Capital. Dieser unterstützt unter dem Dach des Bertarelli-Fonds Waypoint Capital Tech-Firmen in Europa, den USA und Israel.

Geldspritze für Amazon-Konkurrenten Wasabi

Die neuste Kapitalspritze: Forestay Capital investiert 68 Millionen Dollar (knapp 66 Millionen Franken) in US-Cloudanbieter Wasabi, heisst es in einer Mitteilung. Die Firma mit dem würzigen Namen sitzt in Boston und wirbt damit, Daten zu 80 Prozent günstiger zu speichern als Amazons Clouddienst S3. Ausserdem verarbeite Wasabi Daten sechsmal schneller als der Cloudkonkurrent von Jeff Bezos, selbstverständlich bei hundertprozentiger Sicherheit. Bertarelli gibt also Geld für eine Firma, die mit Amazon konkurrenziert.

Bertarelli mischt dabei schon länger bei den ganz Grossen mit. Zum einen unterstützt er gerne Startups im Silicon Valley und holt dabei auch klangvolle Namen wie Linkedin-Chef Jeff Weiner und Biotech-Gründerin Anne Wojcicki an Bord. Anne Wojcicki ist die Ex-Frau von Google-Gründer Sergey Brin und Schwester von Youtube-Chefin Susan Wojcicki. Auch hat er bereits mit einem Gegenspieler von Bezos geschäftet: Ende 2017 verkaufte seine Anteile am italienischen Medizinaltechnikunternehmen Esaote an einen Fonds, bei den Alibaba-Gründer Jack Ma zu den Geldgebern gehörte.

 

 

 

 

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