Der Rohstoffriese Glencore wird erneut mit einem Schmähpreis eingedeckt. Die Stiftung Ethik & Ökonomie (ethecon) vergibt den «Black Planet Award» an die Verantwortlichen des Konzerns für ihre «erschreckende Missachtung und Verletzung menschlicher Ethik».

Der Konzern mache immer wieder von sich reden wegen Steuerhinterziehung, Korruptionsvorwürfen, Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen, schreibt ethecon in einer Mitteilung vom Mittwoch.

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Am Donnerstag soll der Preis im Rahmen der Glencore-Generalversammlung in Zug an Geschäftsführer Ivan Glasenberg, Verwaltungsratspräsident Simon Murray und Tony Hayward (Komitee für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit) übergeben werden.

Hayward erhält damit die zweifelhafte Ehre, bereits zum zweiten Mal mit dem Schmähpreis ausgezeichnet zu werden. Der ehemalige Chef von BP wurde 2010 wegen der Deepwater-Horizon-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko angeprangert. Glencore erhielt 2008 bereits den Schmähpreis «Public Eye Award», der jeweils im Rahmen des Weltwirtschaftsforums (WEF) vergeben wird.

Seit 2006 hat die Stiftung ethecon unter anderem den Agrar- und Biotechnikkonzern Monsanto, den Nahrungsmittelhersteller Nestlé, den Ölkonzern BP oder den japanischen Atomkraftwerkbetreiber Tepco mit dem «Black Planet Award» ausgezeichnet. Der Preis soll Personen und Unternehmen anprangern, die einen «schockierenden Beitrag zu Ruin und Zerstörung der Erde leisten», heisst es.

(rcv/sda)