Dem Energieversorger Axpo brockt die Energiewende und die damit verbundenen Umwälzungen auf dem Energiemarkt einen weiteren Milliardenabschreiber ein. Wertberichtigungen auf in- und ausländische Produktionsanlagen sowie auf Energiebezugsverträge würden das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT im Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende September) insgesamt voraussichtlich mit rund 1,5 Milliarden Franken belasten, teilt die Gruppe am Freitag mit.

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Davon entfallen 560 Millionen auf die Axpo Trading AG. Die Wertberichtigungen würden zu einem «signifikant» negativen Unternehmensergebnis führen, heisst es weiter. Seit 2012 hat die Axpo damit auf ihren Kraftwerken und Strombezugsrechten von über 2,5 Milliarden Franken vornehmen müssen.

Unrentable Kraftwerke

Die nötigen Wertberichtigungen beträfen in der Schweiz eigene Anlagen und Beteiligungen an Wasser- und Kernkraftwerken, Kleinwasserkraftanlagen und Biomasseanlagen, sowie Gaskombi- und Windkraftwerke im europäischen Ausland. Wie es heisst, produzieren diverse Kraftwerke mittlerweile über dem Marktpreis und seien damit faktisch unrentabel geworden.

Zudem komme es auch bei den langfristigen Verträgen über den Bezug von Strom aus französischen Kernkraftwerken zu einer Wertminderung. Die Verträge basieren auf den Gestehungskosten von 1990. Seitdem sind die Preise im Stromhandel aber deutlich gesunken.

Abschreibungsdauer verlängert

Im Zuge der regelmässigen Überprüfung der Abschreibungsdauer von Produktionsanlagen sei zudem entschieden worden, die Abschreibungsdauer für das Kernkraftwerk Beznau sowie die beiden Partnerwerke in Gösgen und Leibstadt um 10 auf 60 Jahre zu verlängern, heisst es weiter. Eigentümer und Betreiber von Beznau ist die Axpo.

Das Kernkraftwerk Beznau ging 1969 und 1972 in zwei Etappen ans Netz und ist damit das dienstälteste Kernkraftwerk der Welt. Der kommerzielle Betrieb des Kernkraftwerks Gösgen wurde im November 1979 aufgenommen, Leibstadt ging im Dezember 1984 ans Netz.

Betriebsdauer offen

Man habe in den letzten Jahren «grosse Investitionsprojekte» für den Langzeitbetrieb des KKW Gösgen umgesetzt, teilte der Stromkonzern Alpiq in einer eigenen Mitteilung zu dem Thema mit. Die Anpassung sei konform mit den geltenden Rechnungslegungsnormen, mit den gesetzlichen Vorschriften sowie mit der Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung des Bundes.

Alpiq ist geschäftsführende Partnerin und mit 40 Prozent an der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG beteiligt. Am KKL ist Alpiq mit 32,4 Prozent beteiligt.

Wie lange die beiden Kernkraftwerke in Betrieb sein werden, hänge davon ab, wie lange das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) die Werke als sicher einstuft und wie lange sie gemäss geltenden Gesetzen sicher und wirtschaftlich betrieben werden können, hält Alpiq fest.

(awp/gku)