Der Hedgefonds-Spezialist Gottex Fund Management hat auch im ersten Halbjahr 2015 rote Zahlen geschrieben. Der Ertrag konnte dagegen gesteigert und die Personal- und Marketingkosten reduziert werden. Nun spricht das Management allerdings nicht mehr - wie noch bis zuletzt - davon, bis zum vierten Quartal wieder profitabel arbeiten zu wollen.

In den ersten sechs Monaten stieg der Bruttoertrag um 14 Prozent auf 19,8 Millionen US-Dollar. Die Management-Gebühren erhöhten sich dabei um 4 Prozent auf 14,6 Millionen und die performanceabhängigen Gebühren um 58 Prozent auf 4,6 Millionen Dollar. Gleichzeitig gingen die Personalaufwendungen um 13 Prozent auf 13 Millionen zurück. Die administrativen Kosten stiegen dagegen um fast die Hälfte auf 6,8 Millionen, während sich die Marketingkosten noch auf 0,7 Millionen (-15 Prozent) beliefen.

Weiter im Überprüf-Modus

Per Ende Juni habe Gottex 115 Angestellte auf Vollzeitbasis gehabt; danach sei die Zahl noch weiter auf 106 zurückgegangen, teilte das an der SIX kotierte Unternehmen mit. Unter dem Strich resultierte ein operativer Verlust von 5,6 Millionen Dollar nach 7,3 Millionen im Vorjahr. Das Reinergebnis nach Minderheiten belief sich auf -5,0 Mio US-Dollar nach -6,2 Millionen im Vorjahr.

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Angaben zu den verwalteten Vermögen (AuM) hatte Gottex bereits im Juli gemacht. Danach beliefen sich die ertragsgenerierenden Vermögen per Ende Juni auf 8,55 Milliarden US-Dollar. Das Kernvermögen (ohne die LUMA/LUMX-Plattform) lag bei 8,08 Milliarden US-Dollar. Allerdings wurden die Vorjahreszahlen angepasst, woraus sich neu ein Anstieg von jeweils +4 Prozent statt der im Juli genannten +1 Prozent ergaben.

Das erste Halbjahr sei von sich fortsetzenden Restrukturierungen geprägt gewesen, um die 2014 übernommene EIM Group zu integrieren, hiess es. «Wir haben wichtige Schritte in Richtung Synergien gemacht und unsere Kostenbasis signifikant reduziert, was bereits einen positiven Einfluss auf das Gruppenresultat hatte», liess sich Executive Chairman Arpad Busson zitieren.

Man werde sich weiterhin darauf konzentrieren, die Geschäftstätigkeit zu überprüfen und die Geschäftseinheiten zu verschlanken, um die operative Effizienz zu steigern und die Kosten unter Kontrolle zu halten. Er habe Zuversicht in die Stärke der Gesellschaft, Investment-Lösungen für institutionelle und private Kunden in diesem derzeitig volatilen Marktumfeld anbieten zu können, so Busson.

Vager Ausblick

Ansonsten hält sich das Unternehmen beim Ausblick eher bedeckt. Im Juli wurden noch frühere Aussagen bestätigt, wonach bis zum vierten Quartal wieder Profitabilität angestrebt worden ist. «Trotz eines herausfordernden Umfelds bleibt unser grundsätzlicher Ausblick positiv», hiess es lediglich. Und: Es werde weiter an Veränderungen gearbeitet, um sowohl die Organisation als auch das Management weiter zu «streamlinen».

Indes geht die Suche nach einem neuen CEO und CFO weiter, nachdem erst Firmengründer Joachim Gottschalk im Juli sein Amt als Unternehmenschef abgab und Tim Roniger kurze Zeit später angekündigt hat, per 10. November als Finanzchef zurückzutreten.

Der Verwaltungsratspräsident Busson wurde nach dem Abgang Gottschalks zum Exekutiven VRP ernannt. Er war mit der EIM Group, dessen Gründer er ist, zu Gottex gestossen. Als VRP sollte Busson die strategische Führung übernehmen, während Gottschalk ursprünglich als Group CEO für die operative Leitung verantwortlich bleiben sollte.

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(awp/chb)