So vielseitig heute die Motorräder sind, so mannigfach sind nunmehr auch die Kommunikationslösungen verschiedener Hersteller. Unterschiedliche Lösungen für meist dieselben Bedürfnisse sind auf dem Markt. Es ist keineswegs das Ziel, hier eine Komplettübersicht zu präsentieren, vielmehr geht es darum, anhand von drei verschiedenen Anbietern festzustellen, zu welcher Person welches Bluetooth-System passt.

Cardo: Zwei unabhängige Sets

Das Q2 Multiset kostet 558 Fr. und bietet seinem Besitzer vielerlei: Im Multiset sind zwei total unabhängige Sets für zwei Helme respektive Fahrer enthalten. Diese werden mittels einer Klemme am Helm befestigt; am Elektronikteil sind zwei Lautsprecher und das Mikrofon angebracht. Nach maximal zehn Minuten ist das System bereit und es kann gekoppelt werden.

Unabhängig voneinander werden GPS-Instruktionen von einem Navigationsgerät auf die Lautsprecher im Helm geleitet. Und mittels Mikrofon übermittelt man Sprachbefehle an das TomTom. Mit der Sozia im Duplex-Modus zu sprechen, gehört ebenfalls zu den Möglichkeiten, wie auch das gemeinsame Hören des UKW-Lieblingssenders. Die Paarung mit einem Handy ist Fakt. Falls das Mobiltelefon über eine automatische Annahme verfügt, muss man - falls es klingelt - nur noch zu sprechen beginnen. Aufgelegt wird am Ende des Gesprächs ebenfalls zwangsläufig.

Anzeige

Möchten sich Freunde der Kommunikation anschliessen, können diese bis 250 m (Angabe des Herstellers) mit einem Team-Set für 398 Fr. kommunizieren. Fahrten im Verbund werden so zu einem stimmigen Erlebnis.

n-com: Helme vorausgerüstet

Anstatt ein Intercom an einen bestehenden Helm anzuschliessen, bietet die Nolan-Gruppe Helme an, welche bereits vorausgerüstet sind, um ein System zu beherbergen. Bei Nolan sind dies sieben und bei X-Lite vier unterschiedliche Helme. Obwohl die Systeme baugleich sind, kosten sie unterschiedlich viel: Der Preis von n-com Nolan liegt bei 488 Fr. , jener von n-com X-Lite bei 449 Fr.

Die Qualität ist erstaunlich und n-com klar Sieger des Vergleiches der beiden Systeme. Auch die Helme selbst sind superschön und trendy. Die eingebaute Fernbedienung geht fast nahtlos in den Helm über. Die Möglichkeiten der internen Kommunikation sind: Fahrer mit Sozius, MP3 oder Telefon, entsprechend beides, falls die Steuerung über das gekoppelte Navi läuft. Für Gespräche im Verbund ist dieses Gerät hingegen nicht konzipiert.

Twiins: König der Vielseitigkeit

Das Mass der Vielseitigkeit bietet der spanische Hersteller Twiins. Das komplette Set kostet dort 299 Fr., und die Paarungsmöglichkeiten sind hier komplett. Möchten Sie mit der Sozia sprechen, kann man mit einem Ergänzungsset für 69 Fr. genau die Teile ordern, welche für den Einbau in den eigenen Helm nötig sind. Will man mit Twiins im Verbund respektive von Bike to Bike kommunizieren, sind 20m Reichweite das Maximum. Dafür gibt es keine Einschränkungen mit den bis zu vier verschiedenen Annahmequellen. Also zum Beispiel Handy, GPS, MP3-Player und Sozius. Oder mit einem üblichen Kombigerät-Mobiltelefon mit integriertem MP3-Player kann zusätzlich noch mit einem Fahrer aus der Gruppe gesprochen werden. Das Twiins ist Kopplungssieger, denn ist ein Gespräch beendet, werden alle Parameter wie vor dem Anruf wieder eingestellt.

Anzeige

Auch wenn man anderntags wieder den Helm aufsetzt, erinnert sich Twiins daran und koppelt in Sekundenschnelle. Ebenfalls macht die Rückruffunktion des Gerätes einen Anruf sicher und schnell.

Alle Geräte funktionieren mit Bluetooth 2, einer sich stetig weiterentwickelnden Technologie. Die Sendeleistung von maximal 200 mW ist vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) freigegeben und wird - was die Strahlenbelastung betrifft - als harmlos eingestuft.

Beim Testen dieser Produkte tauchte die Frage auf, ob ein solches System überhaupt Sinn macht? Suche ich beim Fahren nicht viel mehr die Zeit der Ruhe und der Ausgeglichenheit? Fahre ich überhaupt in einer Gruppe, oder wie gerne nimmt meine Partnerin auf dem Sozius Platz? Zwar geniesst man die malerischen, vielseitigen Landschaften, wenn man unterwegs ist - aber leise Musik oder ein problemloses Annehmen eines Anrufs gehören in die Kategorie der Wohlfühl- und der Komfortfaktoren. Vorsichtig sein müssen allerdings iPhone-Benutzer: Aufgrund der international gültigen MP3-Codierung A2PD, welche Apple nicht unterstützt, kann man mit dem iPhone auf allen Systemen nur telefonieren, aber keine MP3-Musik hören.

Anzeige