Die Absatzkrise der Autoindustrie bedroht zunehmend auch Schweizer Unternehmen in ihrer Existenz. «Wir sind hart getroffen. Im Geschäftsjahr 2008 werden wir Verlust schreiben», sagt Rieter-CEO Hartmut Reuter im «Handelszeitung»-Interview. Derzeit verhandle der Konzern mit Banken, um die Kreditlinien voll auszuschöpfen. Allerdings sei es schwierig – für Rieter wie für alle Industrieunterneh- men –, Geld aufzunehmen, betont Reuter.

Der jüngste Vorschlag von Bundesrätin Doris Leuthard, Firmen mit günstigen Direktkrediten aus der Exportrisikoversicherung zu versorgen, stösst deshalb beim Rieter-Chef auf offene Ohren. «Ich finde diese Idee gut», sagt er und bestätigt, dass Rieter diese Quelle nutzen würde. Reuter ist damit der erste Manager eines Schweizer Autozulieferers, der sich für Staatshilfe ausspricht.

Weitere folgen ihm: Die Geschäftsführung des unter Druck geratenen Autozulieferers Georg Fischer, die sich momentan in Klausur befindet, steht der Idee von Bundesrätin Leuthard positiv gegenüber. «Die genauen Einsatzmöglichkeiten in unserem Konzern müssten allerdings noch geprüft werden», sagt GF-Sprecher Markus Sauter.

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Bundesrätin Doris Leuthard hat dem «Tages-Anzeiger» erklärt, sie habe kein Verständnis dafür, dass Banken den Zugang zu Geld erschwerten. Damit Firmen auch künftig Kredite zu günstigen Konditionen erhalten, soll gemäss Leuthard die Exportrisikoversicherung einspringen.