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Rubel-Krise
Erste russische Bank am Staatstropf

Moskau: Die letzten Tage waren turbulent.  Keystone

Die Märkte beruhigen sich, der Rubel erholt sich vom Chaos der letzten Tage. Trotzdem muss die Zentralbank zum ersten Mal seit dem Währungseinbruch eine Bank vor der Pleite retten.

Veröffentlicht am 22.12.2014

Die russische Zentralbank muss erstmals seit Ausbruch der Rubel-Krise eine Bank vor der Pleite retten. Der Trust Bank würden bis zu 30 Milliarden Rubel (rund 435 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt, teilte die Notenbank am Montag in Moskau mit. Die Agentur für Einlagensicherung werde zudem die Aufsicht über das angeschlagene Institut übernehmen.

Wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland und des Ölpreisverfalls hat der Rubel in diesem Jahr rund 45 Prozent seines Wertes gegenüber dem Dollar verloren. Das setzt den Bankensektor unter Druck. Die Regierung will ihn mit bis zu einer Billion Rubel (knapp 15 Milliarden Euro) stützen.

Rubel erholt sich etwas

Zu Beginn der Weihnachtswoche hat sich die Lage für den russischen Rubel unterdessen weiter entspannt. Für einen Dollar mussten 56,47 Rubel gezahlt werden, nachdem der Dollar-Kurs zu Beginn der vergangenen Woche noch ein Rekordhoch bei über 77 Rubel erreicht hatte.

Experten erklärten die Erholung der russischen Währung zum Wochenauftakt unter anderem mit einem leichten Anstieg der Ölpreise. Das spielt für die stark vom Rohöl abhängige russische Wirtschaft eine wichtige Rolle.

Wieder Verkauf von Apple-Produkten in Russland

Die Lage beruhigt sich auch bei den Einzelhändlern wieder. Mehrere Firmen stoppten letzte Woche ihre Verkäufe, darunter Ikea, Apple, GM, Jaguar Land Rover und Audi. Die Russen wollten ihr Geld in Sachanlagen investieren, bevor der Rubel zusammenfällt. Preise wurden im Einzelhandel teilweise in Euro oder Dollar ausgeschrieben.

Der US-Computerkonzern Apple verkauft seine Produkte mittlerweile wieder online in Russland. Eine Woche nach dem vorläufigen Verkaufsstopp waren iPhones und iPads auch für russische Kunden wieder zu haben. Die Preise allerdings stiegen um rund 30 Prozent. Ein iPhone 6 etwa kostet derzeit knapp 54’000 Rubel (760 Euro). Das sind 14’000 Rubel (35 Prozent) mehr als vor einer Woche und 22’000 Rubel mehr als Anfang November. Insgesamt stieg der Preis seitdem um fast 70 Prozent.

(awp/reuters/ise)

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