Zu den wichtigen Leistungsträgern der gesamten Bauwirtschaft gehören Ingenieure aus verschiedenen Disziplinen, welche wichtige Funktionen im technischen und betriebswirtschaftlichen Bereich oder als Baustellenkader übernehmen.

Die Entwicklungen auf den Arbeitsmärkten der letzten Jahre und die Zahlen der Studienabgänger von Schweizer Hochschulen zeigen einen wachsenden Mangel an einheimischen Ingenieuren, die sich für anspruchsvolle Arbeiten in Baufirmen interessieren und entsprechende Stellen annehmen.

Den Bedarf im Ausland gedeckt

Der ungedeckte Bedarf konnte in den letzten Jahren zumindest teilweise über die Rekrutierung von Hochschulabsolventen aus dem Ausland gedeckt werden.

Um die hochschulpolitischen Forderungen des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV) in Bezug auf die Lehrstühle, die Forschungsplätze und -kredite sowie die Lehrveranstaltungen mit praktischen Erfahrungen zu untermauern, hat der SBV bei seinen Mitgliedern im Sommer 2009 eine breit angelegte Umfrage durchgeführt. Deren Ergebnisse liefern nun zum ersten Mal Grundlagen, um die Zahl von Ingenieuren, ihre Herkunft bzw. Ausbildung sowie ihren Einsatz im hiesigen Bauhauptgewerbe zu beurteilen. Über 620 Firmen mit einem geschätzten Marktanteil von fast einem Drittel am schweizerischen Bauvolumen haben an der Umfrage teilgenommen. Aufgrund einer Hochrechnung ergibt sich ein Bestand von rund 1700 Ingenieuren im Bauhauptgewerbe. Jeder 50. Mitarbeiter im Bauhauptgewerbe verfügt somit über einen Ingenieurtitel (Verhältnis der Mitarbeiter bei den Umfrageteilnehmern zu den Mitarbeitern im gesamten Bauhauptgewerbe).

Es lässt sich feststellen, dass bei der Häufigkeit von Ingenieuren nicht die Firmengrösse ausschlaggebend ist, sondern die Geschäftstätigkeit eine fundamentale Rolle spielt. Firmen mit einer hohen Spezialisierung - so zum Beispiel im Spezialtiefbau - verfügen über einen verhältnismässig hohen Bestand an Ingenieuren. Weiter fällt auf, dass zum Teil auch Inhaber kleinerer Firmen ein Ingenieurstudium absolviert haben.

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