1. Home
  2. Unternehmen
  3. Erster Callcenter-GAV ist unter Dach und Fach

Verhandlungserfolg
Erster Callcenter-GAV ist unter Dach und Fach

Callcenter-Angestellte: Gemäss dem neuen GAV liegt der Mindestlohn bei 3700 Franken pro Monat. Flickr

Zum ersten Mal in der Geschichte unterstehen die Mitarbeiter einer Callcenter-Firma einem Gesamtarbeitsvertrag. Die Löhne sind geografisch abgestuft, der Mindestlohn liegt bei 3700 Franken pro Monat.

Veröffentlicht am 21.05.2015

Die Sozialpartner der Callcenter-Branche haben einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterzeichnet. Es ist der erste landesweite Vertrag für die Branche. Er tritt am 1. September in Kraft. Der Bundesrat soll ihn für allgemeinverbindlich erklären.

Kontakt- und Callcenter haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, wie die Gewerkschaft Syndicom und der Arbeitgeberverband contactswiss am Donnerstag in einem gemeinsamen Communiqué mitteilten.

Geografisch abgestifte Löhne

Die Anforderungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stiegen parallel zur Bedeutung. Darum suchten die Sozialpartner nach einheitlichen Minimalstandards bei den Arbeitsbedingungen. Diese sollen die Arbeitnehmer vor Lohn- und Sozialdumping schützen.

In dem am Mittwoch unterzeichneten GAV einigten sich die Partner unter anderem auf geografisch abgestufte Löhne. In der tiefsten Tarifregion liegt der Mindestlohn bei 3700 Franken im Monat. Nicht eingerechnet sind darin Zeitzuschläge und leistungsabhängige Zahlungen, wie contactswiss-Präsident Peter Weigelt auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

2000 Angestellte betroffen

Der Branchenverband contactswiss wurde 2014 im Hinblick auf den angestrebten GAV gegründet. Aktuell sind nach Angaben Weigelts sechs Unternehmen mit rund 2000 Vollzeitstellen dem Verband angeschlossen. Weitere Mitglieder sollen hinzukommen.

Syndicom vertritt die Interessen von rund 40'000 Beschäftigten in der Medien- und Kommunikationsbranche. Darunter fallen Post, Kurierdienste, Verkehr und Infrastruktur, Telekommunikation, grafische Industrie, Verpackungsdruck, Medien- und Verlagswesen, visuelle Kommunikation und Buchbranche.

(sda/ise)

Anzeige