Die Schweiz ist um eine Startup-Initiative reicher: In Genf wird der erste Accelerator lanciert, der sich auf Cyber-Security fokusiert. Durch die zunehmende Vernetzung der Wirtschaft werden Unternehmen immer anfälliger für Cyberattacken, die sogar die Existenz einer Firma gefährden können. Innovationen in diesem Bereich sind zentral. Beim Rising Star Accelerator können Jungunternehmer aus ganz Europa an ihren Ideen im Bereich Netz- und Informationssicherheit tüfteln.

Das Förderprogramm ist allerdings nicht für jeden offen: Wer eine Einladung erhält, darf sich bewerben. Das Team hinter dem Accelerator hat rund 400 Early-Stage-Startups in Europa auf dem Schirm, deren Entwicklung sie mitverfolgen. Nur junge Firmen, die gewisse Kriterien erfüllen, werden eingeladen, sich zu bewerben, sagt Sprecherin Egle Paulauskaite handelszeitung.ch. Seit dem gestrigen Launch hätten sich bereits zwei Unternehmen beworben.

Accelerator erhält Anteile

Bis 2019 soll das Programm insgesamt fünf Mal durchgeführt werden, zum ersten Mal bereits am 4. September. Ausgewählte Startups durchlaufen ein 24-wöchiges Programm, das sie auf den Markteinstieg vorbereiten soll. Davon sollen 13 Wochen aus Kursen, Workshops und Gastvorträgen bestehen. Darauf folgen ein Demo-Tag, an dem die Unternehmer ihre Idee vor Investoren vorstellen und elf Wochen Unterstützung beim Geldsammeln. Der Accelerator unterstützt die Firmen mit 15'000 Franken und erhält dafür fünf Prozent der Anteile am Unternehmen. 

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«Das Genfer Ökosystem für IT-Sicherheitslösungen wächst mit dem Accelerator. Mit einem grossen IT- und Finanzsektor ist Sicherheit der Schlüssel für das Funktionieren unserer Wirtschaft», sagt der Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet. Der Zürcher Ständerat und Präsident von ICT-Switzerland Ruedi Noser ergänzt, Rising Star habe mit der Schweiz ein Ökosystem von Weltklasse-Forschern, IT-Firmen, Investoren und Organisationen bei Internet-Governance ausgewählt.

Gestartet hat den Accelerator Rising Star Ventures, eine Venture-Capital-Firma mit Sitz in Genf. Unterstützung kommt vom Partner Hewlett Packard Enterprise, dem Kanton Genf, KPMG, Fongit, dem Büro für die Förderung von Industrien und Technologien und dem Genfer Center für Security Policy.

Versicherer bieten Schutz bei Cyber-Attacken

Cyber Security wird in der Schweiz ein immer grösseres Thema: Eine Reihe von Versicherern haben zuletzt Cyber-Versicherungen für Private lanciert. Für 90 Franken pro Jahr können Kunden der Basler Versicherungen sich etwa gegen Schäden versichern, die durch Karten- und Datenmissbrauch, Fehllieferungen bei Onlinebestellungen, einen Virusbefall des Computers oder Cyber-Mobbing entstehen. Mit einem ähnlichen Angebot startete die Mobiliar im April. Die Police kostet zwischen 50 und 100 Franken. Auch die Axa bringt eine eigenständige Versicherung für Internetrisiken auf den Markt. 

Bislang wurden Cyberversicherungen eher von Unternehmen abgeschlossen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind häufig nur unzureichend gegen die neuen Gefahren aus dem Netz abgesichert. Die Allianz Suisse bietet neuerdings eine Cyber Risk Versicherung, die speziell auf die Bedürfnisse von KMU zugeschnitten ist.