Weshalb wollen Sie den Baukonzern Implenia filetieren?

Roger Bühler: Solche Pläne existieren überhaupt nicht. Dies ist eine weitere Unterstellung von Implenia-Chef Anton Affentranger, um Stimmung gegen uns zu machen.

Was haben Sie mit Implenia vor?

Bühler: Implenia ist international bekannt für ihre Kompetenz im komplexen Bau und für die hohe Qualifikation ihrer Mitarbeiter. Durch eine oder mehrere Partnerschaften mit anderen, zum Teil ausländischen Unternehmen könnte Implenia noch stärker positioniert und aufgewertet werden. Implenia hat ein Portfolio sehr unterschiedlicher Aktivitäten, und je nach Partner bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten, wie dies genutzt werden kann. Dabei sehen wir für keinen Bereich eine Schwächung. Im Gegenteil, das ganze Unternehmen wird profitieren.

Weshalb wollen Sie ein Aktienpaket ins Ausland veräussern?

Bühler: Implenia könnte in vielen Belangen von einer Partnerschaft mit einem etablierten und starken Baukonzern profitieren, wie immer eine solche Partnerschaft im Detail dann ausschaut. Dies würde auch den Mitarbeitern interessante Perspektiven eröffnen.

Haben Sie Käufer an der Hand?

Bühler: Es gibt durchaus Interessenten, was angesichts von Implenias Marktposition und Know-how nicht erstaunt.

Weshalb haben Sie vorletzte Woche weitere Aktien gekauft?

Bühler: Mit der Erhöhung auf über 50% haben wir unseren Einfluss verstärkt und unser Engagement unterstrichen. Die nicht-exekutiven Verwaltungsräte sollten nun auf einen konstruktiven Dialog mit uns eintreten und das Geba-ren von Anton Affentranger kritisch hinterfragen.

Weshalb wollen Sie Anton Affentranger absetzen?

Bühler: Mit ihm wird eine Problemlösung kaum möglich sein. Anton Affentranger geht es nur um sein Ego. Ein Verwaltungsratspräsident, dem das Wohl der Firma und der Mitarbeiter, Aktionäre und Kunden am Herzen liegt, würde sich anders verhalten.

Wer soll denn neuer CEO von Implenia werden?

Bühler: Die Gesellschaft hat Leute in ihren eigenen Reihen, welche die Funktion eines CEO weitaus besser ausüben könnten als Anton Affentranger. Es braucht jemanden, der im Unternehmen und in der Branche respektiert und verankert ist. Anton Affentranger ist das leider nicht.

Sie sind gerichtlich gegen Implenia bisher zweimal unterlegen. Es wird Ihnen vorgeworfen, Sie hätten beim Erwerb Ihres Aktienpakets Meldepflichten verletzt.

Bühler: Diese Behauptung ist falsch. Wir sind bislang lediglich vor Bundesverwaltungsgericht unterlegen. Die EBK hat aus politischen Gründen den Fall so zurechtgebogen, dass er in ihr Konzept passte, während das Bundesverwaltungsgericht eine ganze Anzahl Varianten von Sachverhalten lieferte, von denen leider keiner zutraf. Beide Behörden haben sich offenbar darum foutiert, dass die Fakten anders waren. Alle unsere Beweisanträge wurden übergangen. So ein Verhalten überrascht in einem Rechtsstaat schon. Sogar die Offenlegungsstelle der Börse hatte uns zuvor bescheinigt, dass sogenannte Contracts for a Difference (CFD), um die es hier geht, nicht meldepflichtig sind.

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Implenia meint, die Eintragung Ihrer Aktien mit mehr als 4,9% sei wegen der Lex Koller unmöglich.

Bühler: Die Weigerung des Implenia-Verwaltungsrates, unsere Aktien wegen der Lex Koller einzutragen, ist ein Scheinargument, das wir vor Handelsgericht angefochten haben. Der VR handelt offenbar aus reinem Eigeninteresse, um seine Position und damit seine Verwaltungsratshonorare zu schützen. Auch Marazzi und Losinger wurden von einem ausländischen Baukonzern übernommen und betreiben das Projekt-entwicklungsgeschäft weiterhin erfolgreich, ohne dass die Lex Koller ein Hinderungsgrund wäre.

Wie viel Geld (Buchwert) hat Laxey angesichts des Verlaufs der Aktienkurse seit einem Jahr verloren?

Bühler: Bei Implenia sind rund 250 Mio Fr. investiert. Wir haben mit Hedging-Positionen die Verluste auf der Aktie mehr als kompensiert.