ENERGIE-EFFIZIENZ. Energieeffizienz ist heute nicht nur im Bereich der Stromproduktion (Kernkraftwerke versus Gas-Kombikraftwerke) ein wichtiges politisches Thema, sondern auch im weiten Aktionsbereich der Gebäudetechnik. Der Grund: Rund 40% des weltweiten Energieverbrauchs werden von Gebäuden verursacht. Rund ein Drittel davon entfallen auf grosse Überbauungen im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen – also etwa Einkaufszentren, Hotels, Flughäfen, Spitäler, Schulen oder Verwaltungs- und Bürogebäude. Der Grossteil der Energie, die in solchen Gebäuden verbraucht wird, entfällt dabei auf die Bereiche Heizung, Klimatisierung, Belüftung, Kältetechnik und Warmwasser.

Einsparungen bis 40 Prozent

Erhebliche Energieeinsparungen lassen sich in Gebäuden allein schon mit der intelligenten Automatisierung aller Gewerke (Heizung, Klima, Lüftung, Sanitär) erzielen. Werden zusätzlich noch moderne Systemkomponenten wie Antriebe und Ventile eingesetzt, die sich effizient steuern lassen, liegt ein weiteres Sparpotenzial drin. Experten rechnen hier insgesamt mit Einsparungen von 20 bis 40%. Das ist vor allem gut für die Umwelt, denn rund ein Fünftel der weltweiten Treibhausgas-Emissionen stammen von Gebäuden. Umgerechnet sind das rund 9 Mrd t CO2 pro Jahr. Wenn man diese Zahlen approximativ auf die Schweiz umsetzt, so sind dies immerhin beachtliche 11 Mio t CO2, die hier jährlich von Gebäuden «ausgestossen» werden. Tatsache ist ferner, dass knapp 70% des industriellen Stromverbrauchs in Produktionsanlagen auf die elektrische Antriebstechnik entfallen. Das ist eine riesige Menge, und deshalb besteht hier grosser Bedarf an energieeffizienter Auslegung, durchgängigem Energiemanagement und energieoptimierten Endgeräten. Auch hier gilt es, den Verbrauch deutlich zu reduzieren. Für Siegfried Gerlach, GL-Mitglied Siemens Schweiz, liegt das zu erreichende Einsparpotenzial hier bei 12 bis 15%, kostenseitig sogar noch höher. Ein weiteres Beispiel sind für ihn die Rückspeisung von Bremsenergie durch Umrichter und die Einsparung im Verbrauch von Elektromotoren. Letztere zeichnet sich durch eine um bis zu 45% verringerte Verlustleistung aus. Allein in Europa liessen sich zudem laut dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) pro Jahr 36 Terawattstunden sparen, wenn in industriellen Nebenprozessen ungeregelte Antriebe durch drehzahlgeregelte Antriebe ersetzt würden. Ein weiteres Sparpotenzial liegt in der Energie, die jedes Jahr ungenutzt – zum Beispiel über Widerstände – abgeführt wird. Dies entspricht etwa 1% des Gesamtverbrauchs aller industrieller Anlagen.