Esmertec hat den Umsatz im 1. Halbjahr um 84% auf 17 Mio Dollar gesteigert, der Betriebsverlust betrug 4,3 Mio Fr., der operative Cashflow 1,6 Mio Fr. Damit liegt der Umsatz hinter dem von 2005 zurück, aber der operative Verlust ist seit dem IPO noch nie so gering ausgefallen. Auch die übrigen Kennzahlen weisen auf eine gewisse Verbesserung der Lage des Herstellers von spezieller Software («Middleware») für Handys, mit der Spiele und weitere Anwendungen mit den Handy-Betriebssystemen verbunden werden, hin. Ab Anfang 2008 wird zudem mit Thomas Hornung ein neuer CEO die Firma leiten.

Dieser sieht sich dann auch zwei neuen Investoren gegenüber: Der Finanzinvestor Martin Ebner ist Ende August mit seiner Firma Patinex AG mit 5,82% bei Esmertec eingestiegen, woraufhin die Aktie von 8 auf 9.50 Fr. emporschnellte. Hingegen hat die just diese Woche gemeldete Beteiligung der deutschen Earlybird in Höhe von 9,9% des stimmberechtigen Aktienkapitals kaum Wellen im Handel geschlagen.
Trotz der personellen Veränderung und den neuen Beteiligungen ist Esmertec aber noch nicht über den Berg, und die Aktie ist weiterhin skeptisch zu betrachten. Denn das Geschäftsmodell, welches die «Handelszeitung» bereits seit dem IPO vor zwei Jahren wiederholt als nicht nachhaltig bewertet hatte, ist immer noch weitgehend dasselbe. Bleibt die Frage nach der Signalwirkung des Einstiegs der beiden neuen Finanzinvestoren. Sie darf nicht überschätzt werden, zumal Esmertec das erste Technologieinvestment der Patinex ist. Die Bilanz anderer Ebner-Investments der letzten 15 Jahre ist sehr durchzogen. Halbwegs gut ist die Erfolgsbilanz nur, wo Firmenanteile aufgekauft wurden, um sie nachher weiterzureichen (Winterthur, Converium, Alusuisse). Diese Option besteht auch bei Esmertec, denn die Patente und das hoch qualifizierte Personal sind prinzipiell gesuchte Assets. Nur stellt sich die Frage, wer Esmertec kaufen sollte. In Frage kämen grössere oder aufstrebende Handyfirmen aus Fernost oder Konzerne wie Google oder Apple, die grosse Ambitionen im Mobilkommunikationsgeschäft haben. Beide Firmen äussern sich nicht zu möglichen Akquisitionen. «Die Assets haben bestimmt noch einen gewissen Wert», meint Vontobel-Analyst Panagiotis Spiliopoulos, «aber der gegenwärtige Kurs ist auf dem Hintergrund des für 2008/09 in Aussicht gestellten Breakeven dennoch viel zu hoch.» Für Spiliopoulos sind 5 bis 6 Fr. angemessen. Für die Aktie gilt auch nach dem Einstieg der Finanzinvestoren also weiterhin: Hände weg – oder das aktuelle Hoch zur Verlustreduktion nutzen.