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ETH-Kapsel «Escher» soll Elon Musk überzeugen

«Escher»: In Anlehnung an den Mobilitätspionier Alfred Escher. Keystone

Ein Team der ETH Zürich und weiteren Schweizer Hochschulen hat eine Kapsel für die Hyperloop-Idee von Elon Musk entwickelt. Sie haben es bis ins Finale des SpaceX-Wettbewerbs geschafft.

Veröffentlicht am 29.08.2017

Bei der «Hyperloop Pod Competition» des Unternehmens SpaceX hat es das Schweizer «Swissloop» Team bis ins Finale geschafft. Ihre Hyperloop-Kapsel war eine der einzigen drei, die alle vorherigen Tests erfolgreich absolviert hatten. In der Vakuumröhre bewegte sich die Kapsel dann allerdings wegen technischer Probleme recht langsam voran.

Sechs Tage lang mussten sich 27 Teams aus ursprünglich 1200 Bewerbern auf dem SpaceX-Gelände in Los Angeles mit ihren neu entwickelten Hyperloop-Kapseln beweisen. Das Ziel des Wettbewerbs, der von SpaceX-Chef Elon Musk lanciert wurde und bereits zum zweiten Mal stattfindet: Die Entwicklung des Hyperloops vorantreiben, den Musk als Transportmittel der Zukunft sieht.

Drei Teams im Finale

Die Kapseln sollen in einer Vakuumröhre mit bis zu 1200 Kilometern pro Stunde von Stadt zu Stadt geschossen werden – ähnlich einer Rohrpost. So die Vision.

Wie anspruchsvoll die Entwicklung einer solchen Transportkapsel ist, lässt sich erahnen, nachdem nur drei der 27 Teams am Finale am Sonntag antreten konnten. Alle anderen hatten die vorherigen Tests nicht geschafft. Unter den Finalisten war auch das 50-köpfige Swissloop-Team aus Studierenden der ETH Zürich und weiteren Schweizer Hochschulen.

Startprobleme und niedriges Tempo

Aufgrund technischer Probleme verzögerte sich jedoch zunächst der Start der «Escher» getauften Kapsel, dann «kroch» sie mit nur 40 Kilometern pro Stunde durch die 1,25 Kilometer lange Vakuumröhre. Damit blieb Escher weit hinter den Erwartungen des Swissloop-Teams zurück, wie die ETH schrieb.

Eigentlich sollte die Kapsel 400 km/h erreichen, wie Swissloop-CEO Luca Di Tizio kürzlich an einem Medienanlass sagte. Immerhin gelang dem Team aber ein Machbarkeitsbeweis: Die Studierenden schafften es als erstes Team mit einer Kapsel mit Kaltgasantrieb ins Finale, hiess es in der Mitteilung weiter.

TU München wieder auf Platz 1

Den schnellsten «Pod» im Finale hatte das Team «WARR» der Technischen Universität München, wie auch schon beim ersten Wettbewerb, dessen Finale im Januar 2017 stattfand. Ihre Kapsel schaffte eine Maximalgeschwindigkeit von 324 km/h. Den zweiten Platz belegte das US-Team Paradigm der Northeastern University and Memorial University of Newfoundland and Labrador.

Unterkriegen lassen will sich das Swissloop-Team von der enttäuschend langsamen Fahrt ihrer Kapsel jedoch nicht: «Der Bau unseres ersten Hyperloop-Pods war ein unglaublich bereicherndes Abenteuer und wir sind alle stolz darauf ein Teil von Swissloop zu sein! Wir sind hungrig nach mehr!», schrieb das Team auf seiner Facebook-Seite.

(sda/ise/mbü)

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