Es waren happige Vorwürfe, die auf Fifa-Generalsekretärin Fatma Samoura vor einer Woche niedergingen. Sie soll, berichtete die britische BBC, familiäre Beziehungen zum ex-Fussballprofi Hadji Diouf, Promotor der Fifa-Weltmeisterschaft in Marokko, verheimlicht haben. Diese Informationen zu einem möglichen Interessenkonflikt seien an die Ethik-Kommission zur Untersuchung weitergereicht worden.

Pikante Seitenlinie: Die Ethik-Kommission sei von Thomaz Vesel, Audit-Chef der Fifa, und von Markus Villiger, General Council und Stellvertreter  Samouras, auf den möglichen Interessenkonflikt hingewiesen worden. Die Fifa-Topmanagerin hatte in einer ersten persönlichen Stellungnahme die Vorwürfe als "total lächerlich" abgetan. Nun gibt auch die Fifa-Ethik-Kommission Entwarnung. Ihre Untersuchung habe ergeben, dass der Vorhalt "substanzlos" sei.

Teil eines Machtkampfs

Nach dem negativen Befund hat die Ethik-Kommission den Fall geschlossen. Wie "Handelszeitung"-Recherchen zeigen, wurden offenkundig unhaltbare Gerüchte in Umlauf gesetzt. Falsch war auch, dass Vesel und Villiger hinter der Aktion gestanden haben sollen. Vielmehr war es eine Drittperson, die interne Gerüchte aufschnappte und diese der Ethik-Kommission meldete.

Möglicherweise sind die internen Anschuldigungen Teil eines schwelenden Machtkampfs. Generalsekretärin Samoura gilt als geschwächt, weil die ehemalige UN-Mitarbeiterin fürs internationale Fussballgeschäft wenig Erfahrung mitbringt. Allerdings ist nicht vorstellbar, dass Fifa-Präsident Gianni Infantino wenige Wochen vor dem WM-Start in Russland seine wichtigste Mitarbeiterin aus dem Fussballverband verdrängt.

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