Etienne Jornod, Präsident des Pharmaunternehmens Galenica, bedauert die anstehende Aufteilung des Unternehmens in ein Pharma- und ein Apotheken- und Logistikgeschäft. Dennoch sei dies der beste Schritt für das Unternehmen.

Man müsse sich dem Markt anpassen, sagt Jornod im Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Temps» vom Samstag. Er ist Präsident von Galenica und führt das Unternehmen zugleich auf operativer Ebene.

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Einzigartiges Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von Galenica sei einzigartig, sagt er. Wäre das Unternehmen im Besitz einer Familie und nicht im Besitz von Aktionären mit kurzfristigen Interessen, würde die Struktur «dieser Perle» nicht angerührt.

Dennoch bedauert Jornod nicht, dass der Pharmagrosshändler Alliance Boots vor 15 Jahren als Aktionär ins Boot gestiegen ist. Immerhin sei dies ein strategischer Partner gewesen für lange Zeit. Galenica ist in den letzten 20 Jahren enorm gewachsen und ist heute gegen 10 Milliarden Franken Wert.

Split Ende Jahr

Alliance Boots wurde inzwischen von der amerikanischen Walgreens übernommen, worauf die Anteile an Private Equity-Unternehmen verkauft wurden. Einer der grossen Aktionäre ist nun Sprint Investments.

Galenica will sich im vierten Quartal 2016 in die zwei Geschäftszweige Pharma (Vifor Pharma) und Medikamentenhandel (Galenica Santé) aufspalten. Letzterer ist gemessen am Umsatz der Grössere der beiden und verzeichnete 2015 Erlöse in Höhe von rund 2,9 Milliarden Franken. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von knapp 4 Prozent. Etienne Jornod wird die Gruppe noch bis zur Aufteilung weiter führen und steht bis 2018 dem Unternehmen noch zur Verfügung.

(sda/ise)