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Etihad bestätigt Kooperationspläne mit Air France KLM

Etihad setzt den Spekulationen ein Ende. Die Fluggesellschaft möchte mit Air France zusammenarbeiten. (Bild: Keystone)

Die arabische Fluggesellschaft Etihad macht sich für eine Zusammenarbeit mit Air France KLM hübsch. Ein Codesharing-Abkommen soll der Anfang einer engen Kooperation sein.

Veröffentlicht am 05.07.2012

Die arabische Fluggesellschaft Etihad bereitet sich jetzt offiziell auf eine Zusammenarbeit mit Air France-KLM vor. «Wir verhandeln zurzeit über ein Codesharing-Abkommen und glauben, das ist auch eine gute Basis für weiterführende Verhandlungen», sagte Etihad-Chef James Hogan der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Wenn die Gespräche zwischen der zweitgrössten europäischen Fluggesellschaft und dem drittgrössten Anbieter aus der Golfregion zum Erfolg führen, wollten beide Unternehmen im Zuge des Codesharings ihre Flugpläne auf der Langstrecke aufeinander abstimmen.

Erst Verlobung, dann die Heirat

Der Zeitung zufolge steht auch die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zur Debatte - ebenso wie die Koordination von Zubringerflügen für die Hauptverbindungen zwischen Paris und der Etihad-Basis in Abu Dhabi. Ob und wann diese Verbindung durch eine Kapitalbeteiligung flankiert wird, liess Hogan offen. «Wir tasten uns bei Air France langsam vor», sagte der Manager. «Wie bei einer ordentlichen Hochzeit wollen wir erst die Verlobung besiegeln.»

Air France-KLM steckt tief in Problemen. Die französisch-niederländische Fluggesellschaft ist hochverschuldet und fliegt vor allem im Europaverkehr hohe dreistellige Millionenverluste ein. Das in diesem Jahr verhängte Sparprogramm sieht inzwischen den Abbau von mehr als 5000 Stellen bis Ende 2013 vor.

Etihad bei Air Berlin dabei

Hogan nutzt diese Chance, um die Präsenz seiner Gesellschaft in Europa zügig auszubauen. Etihad knüpfte in den vergangenen Monaten ein enges Netz an Beteiligungen, um die eigene Flotte besser auszulasten und die Verkehrsströme aus Europa gezielt auf das eigene Drehkreuz in Abu Dhabi umzulenken.

Zu Jahresbeginn stieg Etihad bei Air Berlin mit knapp 30 Prozent zum grössten Aktionär und wichtigen Geldgeber auf. Danach beteiligte sich Etihad mit 40 Prozent an Air Seychelles, mit drei Prozent an der irischen Aer Lingus sowie mit fünf Prozent an Virgin Australia.

Mit Aer Lingus wollen die Araber laut Hogan auch dann weiter zusammenarbeiten, wenn Grossaktionär Ryanair künftig zum Mehrheitseigentümer des ehemaligen Staatsunternehmens aufrücken sollte. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Etihad bei einem Gesamtumsatz von 4,1 Milliarden US-Dollar einen Nettogewinn von 14 Millionen Dollar. Hogan will diesen Wert im laufenden Jahr deutlich erhöhen.

(chb/muv/awp)

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