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Etihad kauft sich gross bei Air Berlin ein

Etihad will Air Berlin mit 255 Millionen Dollar auch finanziell beistehen. (Bild: Keystone)

Etihad wird grösster Einzelaktionär von Air Berlin: Das staatliche Unternehmen aus Abu Dhabi will seine Beteiligung auf fast 30 Prozent aufstocken. Ausserdem ist eine Zusammenarbeit geplant. Die Air-B

Veröffentlicht am 19.12.2011

Neue Hoffnung für Air Berlin: Die arabische Fluggesellschaft Etihad steigt im grossen Stil bei Deutschlands zweitgrösster Fluglinie ein. Mit gut 29 Prozent der Anteile sollen die Araber grösster Einzelaktionär werden und in den Aufsichtsrat des Lufthansa-Konkurrenten einziehen, wie Air Berlin mitteilte.

Beide Gesellschaften wollen auch im eigentlichen Geschäft zusammenarbeiten. Air Berlin verspricht sich davon nach den Verlusten der vergangenen Jahre Synergieeffekte in Millionenhöhe. Im ersten Quartal wollen beide Seiten Vollzug melden, wenn die Kartellbehörden zustimmen.

Die Air-Berlin-Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachricht. Kurz nach Handelsbeginn legte das Papier um 6,23 Prozent auf 2,45 Euro zu. Bereits am Freitag war die Aktie mit einem klaren Plus aus dem Handel gegangen. Auf dem Schlusskurs vergangener Woche beruht auch der Übernahmepreis: Etihad soll 2,31 Euro je Air-Berlin-Aktie bezahlen - was zu einem Kaufpreis von knapp 73 Millionen Euro führen würde. Derzeit halten die Araber weniger als 3 Prozent der Anteile.

Zwei Jahre lang kein Übernahmeangebot

Eine Komplettübernahme durch Etihad steht zumindest derzeit nicht auf dem Plan: Der neue Grossaktionär verpflichtete sich, seinen Anteil für mindestens zwei Jahre zu behalten, keine zusätzlichen Aktien zu kaufen und kein Übernahmeangebot abzugeben. Ausserdem verschaffen die Araber den Deutschen finanziell Luft. Etihad stellt Air Berlin Kreditlinien von 255 Millionen US-Dollar zur Verfügung, die über fünf Jahre laufen sollen.

«Die strategische Partnerschaft mit Etihad Airways eröffnet einzigartige Möglichkeiten für die Zukunft unseres Unternehmens», sagte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn, der die Führung des Konzerns nach dem Rücktritt des Unternehmensgründers Joachim Hunold im September übernommen hatte. Chancen sieht er vor allem für die künftige Marktentwicklung und die zu erwartenden Synergien. Diese sollen im kommenden Jahr bei Air Berlin 35 bis 40 Millionen Euro erreichen.

Von Dubai nach Abu Dhabi

Abu Dhabi soll für Air Berlin nun der neue Anknüpfungspunkt für Flüge nach Asien und Australien werden. Deswegen sollen die rot-weissen Maschinen aus Deutschland künftig auch Flugverbindungen dorthin aufnehmen - und damit ihr Nahost-Geschäft von Dubai dorthin verlegen. Mit dem Geld aus der Kreditlinie will Mehdorn die Flugzeugflotte weiterentwickeln und das Verbindungsangebot ausbauen.

Bislang ist Air Berlin auf Schrumpfkurs: Die Flotte wird bis Ende kommenden Jahres von 170 auf 152 Maschinen gekürzt, unrentable Verbindungen werden gestrichen. Nun setzt Air Berlin auf die Zusammenarbeit mit Etihad. Dei Deutschen wollen die Kräfte mit den Arabern auch im sogenannten Codesharing bündeln. Dabei kann man bei jeder der beiden Fluggesellschaften die Flüge der jeweils anderen buchen. Auch im Einkauf wollen beide Unternehmen zusammenarbeiten.

Erster Einstieg für Etihad

Für die Fluglinie vom Golf ist der Einstieg bei Air Berlin die erste Beteiligung an einer anderen Fluggesellschaft, wie Etihad-Chef James Hogan sagte. Hogan soll zusammen mit einem weiteren Etihad-Vertreter in den Aufsichtsrat von Air Berlin einziehen.

Am geplanten Beitritt zum Luftfahrtbündnis Oneworld hält Air Berlin trotz des Einstiegs von Etihad fest. Bis Frühling 2012 solle der Beitritt vollzogen sein, hiess es in der Mitteilung. In dem Bündnis bietet Air Berlin die eigenen Flüge dann zusammen mit Partnern wie British Airways , Iberia und American Airlines an.

(tno/awp)

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