Etihad Airways prüft die Bücher von Alitalia. Dies teilten beide Unternehmen am Sonntag mit. In den kommenden 30 Tagen werde nun eine gemeinsame Strategie ausgearbeitet, mit der die Ziele beider Parteien erfüllt werden können.  Die Italiener und ihre Verhandlungspartner sprechen seit Wochen über einen möglichen Einstieg der Fluggesellschaft aus Abu Dhabi, die nach Informationen von Insidern einen 40-prozentigen Anteil des strauchelnden Rivalen aus Europa übernehmen könnte. Einzelheiten oder ein Zeitplan waren bisher aber nicht bekanntgeworden.

Bewegung kommt nun in die Bemühungen, während der italienische Ministerpräsidenten Enrico Letta die Vereinigten Arabischen Emirate besucht. Er will dort die bilateralen Beziehungen beider Länder voranbringen und noch am Sonntag in Abu Dhabi vor die Presse treten. Als die Gespräche zwischen Alitalia und Etihad im Dezember bekanntgeworden waren, verlautete aus politischen Kreisen in Rom, die Fluggesellschaft aus der Golfregion könnte bis zu 300 Mio. Euro investieren. Alitalia, an der Air France-KLM als Grossaktionär beteiligt ist, fliegt tief in den roten Zahlen.

Etihad breitet sich aus

Etihad hat sein Streckennetz in den vergangenen Jahren dank Minderheitsbeteiligungen und Kooperationen mit anderen Fluggesellschaften kräftig ausgedehnt. So hat die Fluggesellschaft unter anderem einen Drittel der Anteile der Tessiner Fluggesellschaft Darwin Airline übernommen und den Markenauftritt in Etihad Regional umbenannt. Mit der neuen Regionalgesellschaft will Etihad gemäss den Worten ihres Chefs James Hogen Fluggäste aus europäischen Nebenmärkten auf ihr schnell wachsendes globales Streckennetz bringen. Mitte Januar stellte Etihad das erste Flugzeug am Flughafen Zürich vor.

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(sda/se)