Darwin Airline in Lugano setzte im vergangenen Jahr als regionale Fluggesellschaft geschätzte 60 Millionen Franken um. Ab sofort dürfte alles mindestens eine Nummer grösser werden: Etihad wird 33,3 Prozent des Aktienkapitals übernehmen, wie die staatliche Airline der Vereinigten Arabischen Emirate mitteilte.

Das hat weitreichende Folgen: Darwin soll in «Etihad Regional» umbenennt werden – zudem solle an Stelle von Lugano der Flughafen Zürich ins Zentrum der Aktivitäten rücken. Ab Juni 2014 sollen tägliche Flüge von Zürich nach Abu Dhabi stattfinden. Das bisherige Logo von Darwin Airline und die Schweizer Flagge würden jedoch beibehalten, hiess es.

Diese Strategie ist bei Etihad neu: Bislang beteiligte sich das Unternehmen nur an grossen Fluggesellschaften, die auf ihren Märkten einen hohe Marktanteil besitzen.

Ermottis Geschichte bei Darwin

Aus Schweizer Sicht ist diese Transaktion deshalb doppelt brisant, weil mit UBS-Chef Sergio Ermotti ein sehr bekannter Tessiner eng mit der Geschichte von Darwin verknüpft ist. Zunächst lenkte der Banker in früheren Jahren die Airline als VR-Präsident, und erst unter öffentlichem Druck legte der – in der Zwischenzeit zum CEO der grössten Schweizer Bank ernannte Ermotti – sein Amt als Verwaltungsrat im Februar 2012 nieder.

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Ermotti blieb Aktionär, wie die UBS damals gegenüber «Handelszeitung Online» bestätigt hatte. Bei der Grossbank sah man darin keinen Konflikt. Ob Ermotti auch nach dem Einstieg der Golf-Airline Aktionär bleibt oder allenfalls seine Titel sogar Etihad zum Verkauf angeboten hat, bleibt vorerst unklar – eine entsprechende Anfrage ist offen. Die Investoren bei Darwin waren seit jeher nur bruchstückweise bekannt; es soll sich weitgehend um Tessiner Unternehmer handeln.