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Markenpiraterie
EU-Datenschutz erschwert den Kampf gegen Uhrenfälscher

Luxusuhr
Luxusuhren: Im Internet werden zunehmend gefälschte Exemplare feilgeboten.Quelle: Keystone Images

Uhrenhersteller werden im Kampf gegen Fälscher zurückgebunden. Kriminelle im Internet zu enttarnen wird schwieriger, weil der Datenschutz Hürden aufbaut.

Veröffentlicht am 30.05.2018

Die Luxusgüterindustrie beklagt sich über einen unwillkommenen Effekt der neuen EU-Datenschutzregeln. Das Gesetz erschwert den Markenherstellern nämlich das Vorgehen gegen Fälscher im Internet. Es nimmt ihnen die einfachste Möglichkeit, Betreiber von Internetseiten mit gefälschten Produkten zu enttarnen.

Bis jetzt konnten die Hersteller einfach feststellen, auf welchen Namen eine Seite registriert ist. Es war der erste Schritt, um gegen Kriminelle rechtlich vorzugehen. Die sogenannte Datenschutz-Grundverordnung (GDPR) schränkt die Identifikation der Seitenbetreiber jetzt stark ein. Unter anderem müssen die Ermittler zuerst ein aufwändiges Gesuch stellen. Die Betreiber zu kontaktieren ist nur in anonymisierter Form möglich. «Das wird den Kampf gegen die Produktpiraterie beeinflussen», sagte ein auf Markenschutz spezialisierter Anwalt der « Financial Times».

«Um jemanden zu verklagen, muss man zuerst wissen, wer die Person ist. Ohne diese Möglichkeit wird der Kampf gegen Markenfälscher noch schwieriger. Der effizienteste Weg, eine grosse Zahl gefälschter Internetseiten zu entdecken, ist zurzeit versperrt», sagte der Vizepräsident des Verbands der italienischen Luxusgüterindustrie der «FT».

Schwungvoller Handel mit Imitaten

Für die Luxusgüterindustrie geht es beim Kampf gegen Markenfälscher um viel Geld: Rund 30,3 Milliarden Dollar Schaden ist den Herstellern wegen Markenfälschungen im Internet laut der Studie «Global Brand Counterfeiting Report» bis jetzt entstanden. Auch der Schweizer Uhrenindustrie geht wegen der Imitate im Netz viel Umsatz verloren. Besonders in China sind viele Markenfälscher am Werk.

Das Problem ist gross und wächst. Dank Social-Media-Sites wie Instagram und WeChat oder Internethandelsplattformen wie Alibaba und Tmall ist es für Kriminelle heute einfach, Käufer für ihre Fälschungen zu finden.

(mbü)

 

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Quelle: Handelszeitung