Die Biergiganten Anheuser-Busch Inbev und SABMiller können aus Sicht der EU-Wettbewerbshüter zum weltgrössten Bierkonzern verschmelzen. Die EU-Kommission genehmigte am Dienstag in Brüssel die rund 100 Milliarden Euro schwere Fusion unter Auflagen. AB Inbev müsse nahezu das gesamte europäische Biergeschäft von SABMiller verkaufen, hiess es.

Der belgisch-amerikanische Branchenprimus AB Inbev führt etwa Marken wie Corona, Budweiser und Beck's, der britisch-südafrikanische Rivale SABMiller vertreibt unter anderem Miller und Foster's. Weltweit würde das fusionierte Unternehmen doppelt so viel Bier verkaufen und viermal so viel Gewinn erzielen wie das weltweit drittgrösste Brauereiunternehmen Heineken.

Hauptanliegen – Wettbewerb erhalten

«Der Bierumsatz in Europa beträgt rund 125 Milliarden Euro jährlich. Selbst ein relativ geringer Preisanstieg könnte die Verbraucher somit beträchtlich schädigen», sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. «Unser Hauptanliegen war es daher zu gewährleisten, dass die Übernahme von SABMiller durch AB Inbev nicht zu weniger Wettbewerb auf den europäischen Biermärkten führt.»

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Etwa in Frankreich, Italien, Grossbritannien sollen nun die Marken Peroni und Grolsch an den japanischen Brauer Asahi gehen. In Mittel- und Osteuropa, etwa in Tschechien, Rumänien und der Slowakei soll ebenfalls das Geschäft von SABMiller veräussert werden, in erster Linie die tschechische Brauerei von Pilsner Urquell.

AB-Inbev-Chef Carlos Brito begrüsste die Entscheidung der EU-Kommission. Damit sei es weiterhin möglich, die Übernahme in der zweiten Jahreshälfte abzuschliessen, sagte er. Eine Reihe von Kartellbehörden-Zustimmungen, etwa in Australien und Mexiko, lägen bereits vor. Nach Ansicht von Branchenexperten ist die Zustimmung der US-Wettbewerbshüter noch die grösste Hürde.

(awp/me)