Da ist beispielsweise Ra- min Shahzamani, ein iranischer und kanadischer Staatsbürger. Weil er für eine humanitäre Organisation zuerst im Kongo, dann in Afghanistan und später in Kolumbien tätig war, entschied er sich für den Euro*MBA. 80% des Pensums finden nämlich in zehn E-Learning-Modulen statt, die Shahzamani von irgendeinem Einsatzort, an dem er sich gerade befindet, studieren kann.

Dazu kommen sechs sogenannte Residencial Weeks, das heisst, alle Teilnehmer lernen sich persönlich kennen und studieren miteinander an den Partneruniversitäten des Euro*MBA: Audencia (Nantes), EADA (Barcelona), HHL (Leipzig), Paul Cézanne (Aix-en-Provence), Kominski (Warschau) sowie an der federführenden Maastricht University. Ein wahrhaft europäischer Wurf.

Auch Schweizer engagieren sich

Bei allen Teilnehmern finden sich ähnlich spannende Biografien wie die von Ramin Shahzamani. Einer unter ihnen ist der Schweizer Gabor Markus, der sein Ingenieursstudium an der EPFL in Lausanne absolviert hatte. Entschieden hat er sich nach einer gründlichen Umschau in der Heimat.

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Der Grund: «In der Schweiz hat es sehr gute Schulen, die zwar auch internationale Studenten haben, aber die meisten arbeiten und wohnen doch hier», sagt Markus. Für ihn war ausserdem das internationale Profil des Euro*MBA, der zudem AACSB-, AMBA- und EQUIS-akkreditiert ist, absolut kompatibel mit seiner damaligen Tätigkeit in der Luftfahrtbranche, für die er viel auf Reisen war. Die Kombination, online arbeiten zu können, verbunden mit dem je einwöchigen Live-Aufenthalt an sechs verschiedenen Universitäten in Europa mit Menschen unglaublich vieler Nationalitäten und Patchwork-Karrieren, reizte ihn ebenfalls, wie Markus ausführt.

Lernen, wie andere Leute ticken

Dazu kam später die interessante Erfahrung, wie französische Schulen mit der Theorie umgehen, deutsche Professoren mit einer gewissen Political Correctness lehren oder wie die besonders ehrgeizigen polnischen Mitstudierenden sich ins Zeug legen - das hat Markus unglaublich gefallen. All dies habe ihm zu vielen Einblicken und Erlebnissen verholfen.

Gabor Markus lebt heute, wenn er nicht gerade reist, in Genf. Seinen Euro*MBA hat er im Januar 2006 begonnen und genau zwei Jahre später abgeschlossen. Sein derzeitiger Arbeitgeber habe den Abschluss und den damit verbundenen Ehrgeiz sehr geschätzt, betont Markus. Den Euro*MBA hat er selbst bezahlt, weil er es so wollte, damit er unabhängig von einem Arbeitgeber war. Er ist auch heute noch seiner Ausbildungsstätte und der Alumni-Organisation als Treasurer fest verbunden.

 

 

NACHGEFRAGT Stuart Dixon, Programmdirektor Euro*MBA, Maastricht NL


«Wollen guten Mix von Studierenden»

Wie entstand die Idee zu diesem Euro*MBA?

Stuart Dixon: Das globale Umfeld hat sich unglaublich rasch verändert. Damit fand auch ein grosser Wandel in der Kommunikation und Technologie statt. Der Informationsbedarf ist international ebenfalls stark gewachsen und mit ihm die Organisationen und das Interesse der Menschen. Das war die Inspiration zu diesem Programm.

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Was sind das für Menschen, die den Euro*MBA machen?

Dixon: Die meisten sind Europäer, davon viele Expatriates, aber auch Menschen aus Übersee, vor allem Asien. Das Erlebnis, auf diese Weise viel von Europa zu sehen und andere Menschen kennenzulernen, scheint den besonderen Reiz auszumachen. Ein gutes Beispiel ist die Französin Michelle, Hotelmanagerin in Indonesien und viel unterwegs auf dem Globus. Die meisten arbeiten in einem internationalen Umfeld, hauptsächlich für europäische Firmen.

Sie haben bewusst kleine Klassen mit 30 bis 40 Studenten. Welche Philosophie steht dahinter?

Dixon: Mit noch mehr Studenten ginge eine gewisse Intimität verloren. Dann würden sich einige beschweren, dass sie zu wenig Kontakt hätten oder dass sich eine Gruppe in verschiedene Untergruppen, eventuell auch Nationalitäten aufspaltet. Genau das wollen wir bei unserem Euro*MBA nicht. Wir wollen eine gute Grösse, gute Netzwerke, gute Diskussionen - sprich einen guten Mix von Studierenden.

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