Trotz Fortschritten kommt Ford in Europa nicht aus den roten Zahlen heraus. Der zweitgrösste Autobauer der USA verbrannte hier 2014 rund eine Milliarde Dollar und wird wohl auch 2015 nicht die Kurve kriegen. Finanzchef Bob Shanks verabschiedete sich am Donnerstag bei der Vorlage der jüngsten Bilanz von dem Ziel, den Fehlbetrag noch dieses Jahr um drei Viertel zu verringern.

Dem Rivalen der Opel-Mutter GM macht der Umsatzeinbruch auf dem wichtigen russischen Markt zu schaffen: Wegen der Ukraine-Krise und der westlichen Sanktionen gegen Moskau hat Ford dort wie andere Anbieter auch einen harten Stand.

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Lichtblick: Weniger Verlust

Dennoch gibt es Lichtblicke in Europa: Ford konnte 2014 diesseits des Atlantiks erstmals seit 2009 seinen Rivalen Marktanteile abjagen. Der Verlust verringerte sich im vierten Quartal auf 443 Millionen von 529 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Konzernweit brach der Vorsteuergewinn um drei Milliarden auf nur noch 52 Millionen Dollar ein. Zu den Gründen zählte auch eine Bilanzierungsänderung in Venezuela, die zu einer Belastung von 800 Millionen Dollar führte. Damit sichert sich der Autobauer zugleich gegen künftige Wechselkursrisiken in dem Mitgliedsland des Öl-Kartells Opec ab, das unter dem Preisverfall des Rohstoffs leidet.

Fünf Prozent weniger Umsatz im vierten Quartal

Der Ford-Umsatz ging im vierten Quartal um rund fünf Prozent auf 35,9 Milliarden Dollar zurück. Während Europa weiter mit roten Zahlen kämpft, ist das Nordamerika-Geschäft profitabel. Insbesondere der komplett neu entwickelte Pickup F-150 erweist sich als Renner: Die Markteinführung des bulligen PS-Protzes sei «extrem gut» gelaufen, betonte Finanzchef Shanks.

Hinzu kommt, dass die Region Asien-Pazifik Rekordergebnisse an die Ford-Zentrale in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan meldete. Zugleich warf die Finanzsparte Ford Credit den höchsten Gewinn seit 2011 ab. Der Konzern blickt daher trotz der Probleme in Europa optimistisch in die Zukunft und hält an seiner Prognose fest, dieses Jahr einen Gewinn vor Steuern von 8,5 bis 9,5 Milliarden Dollar zu erwirtschaften.

Mustang als Hoffnungsträger

Hoffnung auf eine Wende macht sich der Autobauer auch mit der neuen Mustang-Export-Strategie. Im Januar sind die ersten Pony-Cars für den Export ausgeliefert worden. Vorerst wird für den asiatischen Markt produziert. Ab Mai oder Juni beginnt die Produktion für Europa. Die ersten Autos müssten im Spätsommer in der Schweiz erhältlich sein.

(reuters/ise/chb)