Das Benutzen von Mobiltelefonen und Tablets auf Flugreisen wird in Europa erlaubt. Die Europäische Aufsichtsbehörde für Flugsicherheit (Easa) hat eine entsprechende neue Richtlinie erlassen.

Jedoch müssten die einzelnen Airlines ihre Flugzeuge noch selbst auf bestimmte Sicherheitsstandards hin prüfen, heisst es in einer Mitteilung der Behörde mit Sitz in Köln. Die Entscheidung liege jeweils bei der Fluglinie.

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Die Umsetzung der neuen Richtlinie werde einige Zeit in Anspruch nehmen, hiess es am Freitag auf Anfrage beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl). Grund dafür sind die Kontrollen, welche jene Fluglinien durchführen müssen, die die neue Richtlinie übernehmen wollen, wie ein Bazl-Sprecher ausführte.

Lufthansa begrüsst Entscheid

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa, zu der auch die Swiss gehört, begrüsste den Schritt der Easa und will ihren Kunden rasch die volle Nutzung elektronischer Geräte an Bord ermöglichen. «Wir werden möglichst schnell versuchen, unseren Kunden das anzubieten», sagte ein Sprecher in Frankfurt.

Damit würde es überflüssig, etwa Handys oder Tablets in den Flugmodus zu versetzen. Telefonate an Bord von Lufthansa-Flugzeugen bleiben aber tabu. Dies habe keine technischen Gründe, sondern «das entspricht sehr deutlich dem immer wieder geäusserten Kundenwunsch», sagte der Sprecher.

Die Überprüfung der Sicherheitsstandards nach der neuen Easa-Richtlinie sei in Absprache mit den Herstellern bei modernen Flugzeugtypen kein Hindernis, sagte der Lufthansa-Sprecher. Die Bordelektronik habe sich schon bei früheren Lockerungen als störsicher erwiesen.

Die Entscheidung liege jeweils bei der Fluglinie, heisst es in der Easa-Mitteilung. Von den US-Luftfahrtbehörden sind ähnliche Pläne bekannt.

Bei Swiss im «Flugmodus» erlaubt

Einige Gesellschaften haben bereits in der Vergangenheit den kostenlosen Zugang zum mobilen Internet in ihren Flugzeugen während des Fluges ermöglicht- darunter Norwegian, Air China und Turkish Airlines.

Auf Swiss-Flügen etwa ist seit 1. Mai der Gebrauch von tragbaren elektronischen Geräten im «Flugmodus» während des ganzen Fluges erlaubt. Wireless- und Bluetooth-Funktionen müssten aber nach wie vor deaktiviert sein, hatte Swiss Ende April mitgeteilt.

Andere Fluggesellschaften wie Lufthansa bieten den Service gegen Gebühr, etwa auf ausgewählten Langstreckenflügen an. Passagiere beklagten bisher die oft schlechte Qualität der Verbindungen und das schleppende Tempo der Datenübertragung.

Einige Airlines hatten bereits erwogen, auch das Telefonieren einzuführen. Dies wurde aber bisher auf der Grundlage von Kundenumfragen hintenangestellt, etwa bei der US-Fluglinie Delta. British Airways erlaubt auf einem Business-Class-Flug von London nach New York zwar SMS-Nachrichten und Internetzugang, blockiert aber Telefongespräche, um die Ruhe in der Kabine nicht zu stören.

(sda/chb)