Die Polizei hat einen der weltweit grössten Ringe von Kreditkarten-Fälschern ausgehoben. In einer konzertierten Aktion in fünf Ländern seien am vergangenen Mittwoch insgesamt 61 Verdächtige festgenommen worden, teilte die europäische Polizeibehörde Europol mit.

Die Bande hatte ihr Zentrum demnach in Bulgarien, wo es 47 Festnahmen gab. Weitere Verdächtige fassten die insgesamt 200 an der "Operation Nachtklon" beteiligten Polizisten sowie US-Geheimdienst-Mitarbeiter laut Europol in Italien, Spanien, Polen und den USA.

Die Kreditkarten-Fälscher waren nach Angaben von Europol seit Jahren aktiv und sorgten für einen Schaden von insgesamt 50 Millionen Euro, indem sie 15'000 Bankkarten fälschten. Sie nutzten dazu das sogenannte Skimming.

Dabei werden die Daten auf dem Magnetstreifen der Kredit- und Bankkarten etwa durch einen für die Opfer schwer erkennbaren Aufsatz am Bankautomaten ausgelesen und die PIN-Nummer ausgespäht.

Sicherheitslücke in USA und Afrika

Mit Kopien der Karten heben die Kriminellen dann - meist im Ausland - so viel Geld wie möglich von den Konten der Opfer ab. 2009 verursachten Kriminelle durch Kreditkarten-Betrug laut Europol einen Schaden von insgesamt 1,5 Milliarden Euro.

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Der nun ausgehobene Fälscherring machte sich den Angaben zufolge eine Sicherheitslücke in Afrika und den USA zunutze. Während in Europa beim Abheben immer der sehr viel sicherere Chips auf den Karten überprüft werde, griffen die Automaten in diesen Ländern auf den Magnetstreifen zu.

Laut Europol warb die Fälscherbande daher Kleinkriminelle unter anderem in Kenia, Südafrika und den USA an, die mit gefälschten Karten das Geld abhoben.

(laf/sda)