Die Wellenlinien des Zentrums Paul Klee setzen am Stadtrand von Bern einen besonderen Akzent. In drei markanten Hügeln aus Stahl und Glas findet der Kunstinteressierte die grösste Sammlung an Werken des Malers Paul Klee (1879-1940), der gleichzeitig auch Musiker, Päda-goge und Dichter war.

Der architektonisch auffällige Bau ist aber nicht nur ein Muse-um - oder besser ein Kulturzentrum -, er bietet mit seinem Konzertsaal und den Plenarsälen auch reichlich Raum für Veranstaltungen aller Art.

Mit vielen technische Finessen

«In der inspirierenden Atmosphäre lassen sich vielfältigste Veranstaltungen mit abgestimmtem Rahmenprogramm unter einem Dach organisieren», sagt Event-Leiter Erwin Schenk. Besonders stolz ist er auf die von ihm geplanten audiovisuellen und lichttechnischen Finessen, die ebenso perfekte Videoschaltungen in die ganze Welt oder das Einspielen von anspruchsvollen Animationen erlauben, etwa aus der Medizin.

Der Unterschied zu einem klassischen Seminarhotel ist offensichtlich. Die enge Verbindung zur Kultur wird von den Tagungs- gästen als Bereicherung empfunden. Das Zentrum Paul Klee setzt dabei auf fünf Pfeiler. Das Kernelement ist die bildende Kunst mit den wechselnden Ausstellungen und der Klee-Forschung. Ergänzt wird dies durch den Konzertsaal, das hauseigene Ensemble und Gastformationen, die regelmässig hier auftreten.

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Als zusätzliche Disziplinen nehmen Theater, Literatur sowie Tanz eine wichtige Rolle ein. Im pädagogischen Teil wird das Augenmerk auf die Kunstvermittlung und die Entdeckung der eigenen Kreativität gelegt. Den Anstoss für diese Aktivitäten gab Paul Klee mit seiner Dozententätigkeit am Bauhaus in Deutschland. In diesen Vierklang sind die Tagungen und Kongresse als abschliessendes Element eingebettet.

Den Anstoss zum Kulturzentrum gab der erst kürzlich im Alter von 91 Jahren verstorbene orthopädische Chirurg Maurice Müller, der mit den von ihm entwickelten künstlichen Hüftgelenken selbst Medizingeschichte schrieb. Dank seinen Visionen und seinem Beitrag von rund 100 Mio Fr. an die Planung und Realisierung - unterstützt durch zusätzliche Gelder von Sponsoren aus der Wirtschaft - konnte das Zentrum Paul Klee vor vier Jahren im Osten Berns die Pforten öffnen. Der italienische Architekt Renzo Piano hat die Idee gestalterisch in einer grosszügigen grünen Insel umgesetzt. Zuständig für den Betrieb ist die Stiftung Zentrum Paul Klee, die sich zur Hälfte über eigene Erträge und für den Rest via Subventionen sowie private Sponsoren finanziert.

Unterdessen ist das Zentrum Paul Klee weit über die Landesgrenzen hinaus ein Begriff. Davon profitiert nun mehr und mehr auch das Veranstaltungsgeschäft. Museumsbesucher entdecken die Tagungsmöglichkeiten. Gleichzeitig machen sie die entsprechende Mund-zu-Mund Propaganda. Die internationale Tagungskundschaft nimmt sich im Vergleich zu den rund 60% Gästen aus Stadt und Kanton Bern noch bescheiden aus. Daneben gibt es ein grösseres Kundensegment aus dem Grossraum Zürich.

Auch die Westschweiz im Fokus

Weil die Bundesstadt auch eine wichtige Drehscheibe zwischen der deutsch- und französischsprachigen Schweiz ist, möchte Event-Managerin Antonietta Grosjean-Salvati speziell «die Westschweiz stärker bearbeiten».

Obwohl am Berner Ostring nicht ganz zentral gelegen, ist das Zentrum Paul Klee mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Hauptbahnhof in wenigen Minuten zu erreichen. Wer für die Anreise etwas mehr Zeit zur Verfügung hat, kann den abwechslungsreich angelegten Paul-Klee-Fussweg benutzen, und für Autofahrer ist das Zentrum ideal an der Autobahnausfahrt Ostring gelegen.

Der Kundenstamm im Veranstaltungsbereich setzt sich zu zwei Dritteln aus Firmen zusammen und dazu kommen je zur Hälfte Verbände und staatliche Organi-sationen. Potenzial sieht Event-Leiter Erwin Schenk bei medizinischen Kongressen. Die ausgereifte Videotechnik bietet sich geradezu für komplexe Vorführungen im Gesundheitswesen an. Frik- tionen zwischen den Tätigkeitsfeldern gibt es kaum. Die hauseigenen Konzerte und Theateraufführungen finden vorab am Wochenende statt. Demgegenüber spielt sich das Tagungsgeschäft vor allem während der Woche ab.

Die Marketingaktivitäten zugunsten von Events halten sich im engen Rahmen. Man ist in Kongresspublikationen präsent und kooperiert mit der nationalen sowie regionalen Tourismusorganisation. Event-Managerin Antonietta Grosjean-Salvati streicht vor allem auch die Befragungen der Stammkunden hervor, die zur Rundum-Betreuung bei einem Anlass gehören. Das Kulturzentrum publiziert monatlich einen Newsletter, der vor allem auf die aktuellen Ausstellungen und Veranstaltungen zugeschnitten ist, die auch als Teil von Seminaren und Kongressen dienen können.

Immer mit Bezug zum Künstler

Das Rahmenprogramm orientiert sich oft an den spezifischen Bedürfnissen der Kundschaft. Organisiert etwa eine Bank oder Versicherung einen Anlass oder eine Produktpräsentation, wird bei einer Führung der Finanzaspekt aus dem Leben von Paul Klee integriert. Der Künstler hat ein derart breites Betätigungsfeld, dass sich zu fast allen Seminarthemen ein Bezug herstellen lässt.

Auch gastronomisch bietet das Kulturzentrum mit den Dienstleistungen des ZFV ein breites Spektrum, das vom benachbarten Restaurant Schöngrün bis zur Cafe-teria im Museum reicht. In den diversen Räumlichkeiten wird ein Catering offeriert, das jeweils exakt auf die Tagungsaktivitäten abgestimmt wird.