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Defizitär
Evolva plant zwei Kapitalerhöhungen

Evolva: Plant die Markteinführung des Stevia-Süssstoffes Eversweet. Keystone

Die Biotechfirma Evolva schreibt seit mehreren Jahren rote Zahlen. Jetzt will das Baselbieter Unternehmen zwei Kapitalerhöhungen durchführen.

Veröffentlicht am 02.10.2017

Die defizitäre Baselbieter Biotechfirma Evolva hat ihre neue Ausrichtung fein justiert und finanziert sich neu. Zwei separate Kapitalerhöhungen sollen ihr 80 Millionen Franken einbringen. Geplant sind diese für Oktober und November.

In einem ersten Schritt erklärten sich die Genfer Privatbank Pictet und die britische Beteiligungsgesellschaft Cologny Advisors LLP bereit, 68 Millionen Aktien durch Privatplatzierung zu zeichnen.

Anteil von Pictet am Unternehmen steigt

Wie Evolva am Montag mitteilte, steigt im Fall der vollständigen Ausübung der Anteil von Pictet am Unternehmen von 1 auf 10 Prozent. Cologny würde einen Anteil von 5 Prozent kaufen.

Für diesen ersten Schritt will Evolva bis zu 50 Millionen Aktien aus dem bestehenden genehmigten Kapital verwenden und 18 Millionen eigene Aktien. Beim aktuellen Aktienkurs würde das einen Erlös von etwa 27 Millionen Franken bringen.

Ausserordentliche GV

Im zweiten Schritt beantragt der Evolva-Verwaltungsrat an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 26. Oktober eine ordentliche Kapitalerhöhung. Die Kapitalerhöhung soll in Form eines Bezugsrechteangebots mit Abschlag im Anschluss an die Generalversammlung erfolgen. Die beiden Schritte sollen zusammen einen Erlös von 80 Millionen Franken einbringen.

Diese Mittel «werden für weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung zur Erhöhung der Fermentationseffizienz, der Hefestämme und für die Produktvermarktung eingesetzt», kündigte Evolva an.

Konzentration auf Schlüsselprodukte

Darüber hinaus will das Unternehmen in den kommenden Monaten allenfalls Fremdkapital aufnehmen. Das soll der Markteinführung des Stevia-Süssstoffes Eversweet in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Cargill dienen. Die Markteinführung ist 2018 geplant.

Die Strategie ändert Evolva nicht grundsätzlich, wie es im Communiqué weiter heisst. Allerdings schärft die Firma den Fokus. Sie will sich kurzfristig auf ihre drei Schlüsselprodukte Stevia, Resveratrol und Nootkaton konzentrieren.

Cash Burn reduzieren

Jedem dieser Produkte schreibt Evolva ein hohes Potenzial in lukrativen Märkten zu. Das Unternehmen will den Umsatz mit ihnen soweit steigern, dass der Cash Burn reduziert wird. Die Produkte werden mittels Hefefermentation hergestellt.

Das nach Grapefruit riechende Nootkaton und das Nahrungsergänzungsmittel Resveratrol sollen bis 2021 einen Umsatz von 40 bis 60 Millionen Franken einbringen. Beide Erzeugnisse sind bereits am Markt. Nootkaton dient der Insektenbekämpfung.

In der Umsatzerwartung ist der Beitrag von Cargill aus Eversweet noch nicht enthalten. In vier bis sechs Jahren visiert das Management die Gewinnschwelle an.

Stellenabbau im Ausland

Für das laufende Geschäftsjahr geht Evolva von einem Produkteumsatz von 2 bis 2,5 Millionen Franken aus. Der Umsatz aus Forschung und Entwicklung dürfte unter dem Niveau des ersten Halbjahrs liegen.

Ende August hatte Evolva den Abbau von gegen 80 Stellen an den Standorten in Dänemark , den USA und Indien angekündigt. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden am Hauptsitz in Reinach BL konzentriert.

Das Unternehmen wies Mitte August einen Halbjahresverlust von 20 Millionen Franken aus. In den Jahren zuvor hatte es ebenfalls rote Zahlen geschrieben.

(sda/cfr/me)

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