Evolva hat ihre Ziele für 2016 nur zur Hälfte erreicht. Dies bestätigt ein Blick auf den definitiven Jahresabschluss: Umsatz und Gewinn gingen zurück. Die Geschäftsleitung muss sich deshalb mit 7 Prozent weniger Lohn begnügen, wie das Unternehmen bekannt machte. Die Gesamtvergütung für die ganze Geschäftsleitung beträgt 3,2 Millionen Franken.

Die gleichzeitig veröffentlichten definitiven Zahlen bestätigen, dass sich der Verlust 2016 von 31,8 Millionen auf 35,8 Millionen Franken ausgeweitet hat. Der Umsatz sank um 28 Prozent auf 9,6 Millionen Franken. Die Ergebnisse hatte Evolva bereits vor ein paar Wochen kommuniziert. Der Umsatz aus Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, der von privatwirtschaftlichen und öffentlichen Partnerschaften stammt, verringerte sich um 16 Prozent auf 7,6 Millionen Franken.

Vertragsabschluss zu Stevia naht

Einerseits ging bei zwei Projekten Evolvas aktiver Beitrag zu Ende. Andererseits muss Evolva bei neuen Projekten einen Teil der Forschungskosten selbst tragen, wie das Unternehmen schreibt. Dafür winkt auch eine höhere Gewinnbeteiligung. Der Produktumsatz stieg zwar um fast das Dreifache auf 1,1 Millionen Franken. Doch Evolva hatte sich mehr vorgenommen. Allerdings dauerte es länger, Kunden zu gewinnen, als erwartet.

Evolva hat derzeit drei Schlüsselprodukte, die mittels Hefefermentation hergestellt werden: Bereits als Duft- und Geschmacksstoff verkauft wird Nootkaton, ein Inhaltsstoff von Zitrusfrüchten, der nach Grapefruits riecht. Derzeit arbeitet Evolva an der Zulassung des Stoffs zur Schädlingsbekämpfung.

Auch Reservatrol, das in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt wird, ist bereits am Markt. Für den Stevia-Süssstoff Eversweet ist die Markteinführung für 2018 geplant. Die Verhandlungen mit Partner Cargill zum Stevia-Programm sieht Evolva auf Kurs auf Kurs. Das Unternehmen erwartet, nächste Woche einen Vertragsabschluss bekanntgeben zu können.

Eversweet soll in einer Produktionsstätte des US-Lebensmittelriesen Cargill in Blair im amerikanischen Bundesstaat Nebraska produziert werden. Zudem wird ein vorgezogener Wechsel zu einer neuen Anlage geprüft, der auch als zentraler Produktionsstandort für andere Produkte von Evola dienen könnte. Damit der Plan umgesetzt werden kann, müssen aber die laufenden Verhandlungen mit Cargill diesen Frühling abgeschlossen werden.

(sda/chb)

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